Am 23. April 2026 fand in Deutschland der bundesweite Girls’ Day statt, ein Mädchen-Zukunftstag, der Schülerinnen die Möglichkeit bietet, verschiedene Berufsfelder kennenzulernen. Besonders hervorzuheben sind die Veranstaltungen der Polizeiinspektionen Saarburg und Konz sowie der Polizeiinspektion Birkenfeld, die zusammen mehr als 60 junge Frauen im Alter von 12 bis 16 Jahren anlockten. In Trier-Saarburg und Birkenfeld erhielten die Teilnehmerinnen spannende Einblicke in die vielfältige Arbeit der Polizei.
In Saarburg und Konz begrüßten die Beamten 30 Schülerinnen, die sich für eine Karriere bei der Polizei interessierten. Die Veranstaltung begann mit einer Vorstellungsrunde und einer Einführung in die Arbeit von Polizeibeamtinnen bei der Schutzpolizei und Kriminalpolizei. Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten der Polizeiinspektion und Polizeiwache gab den jungen Frauen die Möglichkeit, den Wachbereich und die Gewahrsamszellen zu besichtigen. Ein besonderes Highlight war der Besuch von Diensthundeführerin Carina Härtel mit ihrem Schäferhund Aluna, die den Schülerinnen einen Einblick in die Arbeit mit einem Sprengstoffsuchhund bot.
Vielfältige Einblicke in die Polizeiarbeit
Auch in Birkenfeld erlebten die Schülerinnen einen spannenden Tag. Polizeihauptkommissar Arno Kannengießer eröffnete die Veranstaltung und stellte das Berufsbild der Polizei vor. Neben der Schutzpolizei und Kriminalpolizei wurden auch spezielle Einheiten wie die Wasserschutzpolizei und die Hubschrauberstaffel präsentiert. Polizeikommissarin Annika Stroh und ihr Hund Ares zeigten den Schülerinnen die Arbeit der Diensthundestaffel, während Polizeioberkommissarin Lisa Hackenspiel über die Ausbildungswege informierte.
Ein besonders lehrreicher Teil des Programms war die erkennungsdienstliche Behandlung der Teilnehmerinnen, bei der Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht wurden. Darüber hinaus erläuterte Polizeihauptkommissarin Christine Friedrich das Jugendstrafverfahren und Kriminalhauptkommissar Christian Schübelin gab einen Vortrag über die Organisation einer Kriminalinspektion. Die Rückmeldungen der Schülerinnen waren durchweg positiv, was das große Interesse an der Polizeiarbeit unterstreicht.
Herausforderungen für Frauen in der Polizei
Obwohl der Girls’ Day ein Schritt in die richtige Richtung ist, zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung, dass Polizistinnen häufig strukturelle Nachteile bei Karrierechancen erleben. Insbesondere Mütter und Teilzeitkräfte haben es schwer, da Beurteilungen oft an einem männlichen Ideal orientiert sind. Frauen, die häufig gute schulische Leistungen und Studienabschlüsse vorweisen können, leiden unter ungerechten Beurteilungen und müssen gegen Klischees kämpfen.
Die Erfahrungen von Pionierinnen wie Ninett Wickerath, die eine der ersten Frauen in der Kölner Polizei war, zeigen, dass es auch in der Vergangenheit schon Herausforderungen gab. Wickerath erlebte Ungleichheiten in der Ausrüstung und kämpfte gemeinsam mit Kolleginnen für Gleichheit im Beruf. Dagmar Hölzl von der Gewerkschaft der Polizei fordert eine diskriminierungsfreie Beurteilungsmatrix, um die Karrierechancen von Frauen zu verbessern.
Insgesamt zeigt der Girls’ Day, wie wichtig es ist, junge Frauen für Berufe in der Polizei zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, Vorurteile abzubauen und Chancen zu erkennen. Die positive Resonanz der Teilnehmerinnen aus Saarburg, Konz und Birkenfeld lässt darauf hoffen, dass wir in Zukunft mehr Frauen in der Polizei sehen werden. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie in den Berichten der Polizeiinspektionen Saarburg und Konz sowie der Polizeiinspektion Birkenfeld.