In Worms gibt es Neuigkeiten, die Geschichte und Archäologie auf spannende Weise verknüpfen. Bei der Abnahme der eindrucksvollen mittelalterlichen Reiterfigur „Ecclesia“ am Südportal des Wormser Doms wurde eine alte Silbermünze entdeckt. Man könnte sagen, die Münze kam wie ein Überraschungsei – nichtsahnend, aber hochinteressant! Vermutlich wurde sie absichtlich von Steinmetzen deponiert, was darauf hindeutet, dass dieser Ort für die Bauleute von großer symbolischer Bedeutung war. Solche Funde sind nicht einfach nur „Schätze“ – sie eröffnen einen faszinierenden Zugang zur Baugeschichte des Doms und geben uns einen Blick in die Vergangenheit.
Die Silbermünze, geprägt zwischen 1300 und 1317 in der Münzstätte Élincourt in Nordfrankreich, trägt die Umschrift des französischen Adligen Gui IV. de Saint-Pol. Das ist nicht nur eine Zahl oder ein Name; das ist ein Stück Geschichte! Es deutet darauf hin, dass die Reiterfigur der Ecclesia nach 1300 am Südportal platziert wurde und dort – so scheint es – bis heute verblieb. Was die Herkunft der Münze betrifft, so wirft sie interessante Fragen auf: Hatten die Baumeister oder Handwerker möglicherweise Verbindungen nach Nordfrankreich? Es könnte sein, dass sie dort ihre Wurzeln hatten oder von dort hergeholt wurden. Bisher kannten wir nur die stilistische Verwandtschaft mit dem Figurenschmuck am Straßburger Münster.
Bauopfer und ihre Bedeutung
Der Brauch, solche Objekte als „Bauopfer“ an symbolisch wichtigen Stellen eines Bauwerks zu hinterlegen, ist nicht neu. Er erinnert an heutige Grundsteinlegungen, bei denen Dokumente in Zeitkapseln deponiert werden. Man könnte sagen, es ist eine Art kulturelles Erbe, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Interessanterweise gibt es sogar Funde aus dem frühneolithischen Siedlungsbereich Sofia-Slatina in Bulgarien, datiert auf das 6. Jahrtausend, die ähnliche Praktiken belegen. Hier wurden beispielsweise Tierknochen und Tonschüsseln als Opfergaben niedergelegt, um vielleicht dem Bau oder den zukünftigen Bewohnern Glück zu bringen. Ein kleiner Altar, sozusagen!
In Worms zeigt sich, wie solche Traditionen über Jahrhunderte hinweg bestehen bleiben. Die Münze, die nun in den Fokus der Forschung gerückt ist, ist nicht nur ein Relikt der Vergangenheit; sie ist ein Zeuge der Handwerkskunst und der kulturellen Praktiken, die auch in Bulgarien und anderswo zu finden sind. Während wir über all diese Fundstücke nachdenken, wird die Verbindung zwischen den Menschen, ihren Bräuchen und den Bauwerken, die sie hinterlassen haben, immer klarer. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel von Geschichte und Gegenwart, das uns zum Staunen bringt.
Die Entdeckung der Silbermünze ist also nicht nur ein archäologischer Fund, sondern ein Fenster in eine andere Zeit, das uns die Geschichten erzählt, die in Stein und Münzen verborgen sind. Worms hat einmal mehr bewiesen, dass die Vergangenheit lebendig bleibt und dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Vielleicht wird diese Münze auch als nächstes bei einer Ausstellung zu sehen sein – ein wahres Highlight, ganz sicher!