In einem mutigen Schritt geht der Kreis Alzey-Worms gegen sexuelle Übergriffe in Freibädern vor. Die neue Kampagne „Flossen weg!“ soll dafür sorgen, dass Schwimmbäder sichere Orte für alle bleiben. Der Landrat Heiko Sippel unterstreicht dabei die Null-Toleranz-Politik gegenüber sexualisierter Gewalt. Partner der Initiative sind der Frauennotruf und die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises. Ziel ist es, das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen und eine klare Haltung zu zeigen, wenn es um Grenzüberschreitungen im Freibad geht. Die Kampagne zielt darauf ab, sowohl die Mitarbeitenden als auch die Badegäste zu sensibilisieren.

Wenn man in die Freibäder von Alzey, Wörrstadt, Wöllstein und Eich geht, wird man bald auf die „Flossen weg!“-Plakate und mehrsprachige Flyer treffen, die umfassende Informationen bieten. Das Badpersonal wird zudem vom Frauennotruf geschult, um Übergriffe besser zu erkennen und betroffenen Personen helfen zu können. Die Kampagne basiert auf einem erfolgreichen Projekt in Recklinghausen, das für die Bedürfnisse des Kreises Alzey-Worms angepasst wurde. Besonders wichtig ist, dass die Mitarbeitenden in den Schwimmbädern lernen, wie sie in heiklen Situationen reagieren können.

Kampagnen-Details und Unterstützung

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und der Frauennotruf Alzey sind die Initiatoren dieser bedeutenden Kampagne. Unterstützt werden sie dabei von lokalen Partnern wie dem Schwimmverein Neptun 1894 Alzey e.V. und den Bädern im Landkreis. Die Eröffnung fand kürzlich im Wartbergbad Alzey statt, und die Umsetzung wird auch in den anderen Freibädern forciert. „Wir möchten, dass sich jeder im Bad wohl und sicher fühlt“, erklärt Sippel. Die Schulungen des Badpersonals stehen im Mittelpunkt der Kampagne, damit diese im Ernstfall schnell und richtig reagieren können.

Ein Blick über die Grenzen nach Niedersachsen zeigt, dass ähnliche Maßnahmen auch dort notwendig sind. Im Jahr 2025 wurden in niedersächsischen Schwimmbädern 105 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert, was die Dringlichkeit solcher Kampagnen verdeutlicht. In Braunschweig beispielsweise wurde eine neue Initiative ins Leben gerufen, um auf sexuelle Übergriffe aufmerksam zu machen. Vorfälle, wie der mutmaßliche sexuelle Missbrauch eines Mädchens durch einen Jugendlichen, zeigen, wie wichtig präventive Maßnahmen sind. Plakate sollen auch dort die Badegäste sensibilisieren und ermutigen, sich bei Übergriffen an das Personal zu wenden. Die Schulungen für das Personal sind ein weiterer Schritt, um solche Taten zu verhindern und die Sicherheit aller zu gewährleisten.

Die Evaluierung der „Flossen weg!“-Kampagne am Ende der Saison wird entscheidend sein, um zu überprüfen, wie effektiv die Maßnahmen waren und wo Verbesserungen nötig sind. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen nicht nur in Alzey-Worms, sondern überall in Deutschland Schule machen und dazu beitragen, dass Schwimmbäder eine sichere Umgebung für alle bieten.

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