In Zweibrücken hat Oberbürgermeister Marold Wosnitza kürzlich an einer Rollstuhl-Probefahrt teilgenommen. Diese fand am Schloss statt, einem Ort, der sowohl historisch als auch schön ist. Wosnitza wollte die Herausforderungen, mit denen Rollstuhlfahrer konfrontiert sind, hautnah erleben. So machte er sich auf den Weg, um sich den Bordsteinen, Kopfsteinpflaster und Rampen zu stellen. Ehrlich gesagt, es klingt nach einem Abenteuer, aber auch nach einem echten Test. Die Schwierigkeiten beim Bremsen des Rollstuhls ließen ihn sicherlich spüren, wie wichtig Barrierefreiheit in der Stadt ist. An seiner Seite waren Bürgermeister Christian Gauf und Stadtratsmitglied Norbert Pohlmann, die ebenfalls die Situation beobachteten und sicher auch ihre Gedanken dazu hatten.
Wosnitza versprach, Verbesserungen für die Barrierefreiheit in der Stadt zu initiieren. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung! Denn wie die Entwicklungsministerin Svenja Schulze betont, ist es unerlässlich, dass Städte der Zukunft für alle Menschen, einschließlich derjenigen mit Behinderungen, funktional gestaltet werden. Es geht nicht nur um die Zugänglichkeit von Gebäuden oder Straßen. Es geht um Sicherheit, besonders in Krisensituationen. Menschen mit Behinderungen sind dort oft doppelt so häufig von Todesfällen betroffen. Das ist ein alarmierendes Thema, das uns alle angeht.
Globale Initiativen zur Barrierefreiheit
Weltweit gibt es Bestrebungen, Städte krisenfester zu machen und sie auf Hitze, Dürren und Überschwemmungen vorzubereiten. Über 1,3 Milliarden Menschen weltweit leben mit einer Behinderung, und mehr als die Hälfte von ihnen wohnt in Städten. Die Initiative „Resilient and Inclusive City Hub“ zielt darauf ab, Städte besser auf Krisen vorzubereiten und sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu den notwendigen Ressourcen haben. Bis Ende 2026 sollen Pilotprojekte in fünf Städten umgesetzt werden, um das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Das ist ein ehrgeiziges, aber lebenswichtiges Ziel!
In Deutschland gibt es außerdem die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die seit 2009 geltendes Recht ist. Sie soll sicherstellen, dass barrierefreie Wohnungen, zugängliche Ämter und Schulen sowie flexible Unterstützungsdienste zur Verfügung stehen. Laut einem Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Menschenrechte und der Universität Siegen fehlt es vielen Städten jedoch an Plänen zur Umsetzung dieser Konvention. Nur 41% der größeren Städte haben entsprechende Maßnahmen ergriffen. Das ist doch ein echter Aufruf zum Handeln!
Handlungsbedarf und partizipative Planung
Besonders kritisch ist, dass viele Kommunen bei Investitionen in Barrierefreiheit zögern, oft wegen knapper Kassen. Nachträgliche Anpassungen sind viel teurer, als Barrierefreiheit gleich von Anfang an einzuplanen. Es wird immer deutlicher: Eine barrierefreie Infrastruktur ist notwendig, damit alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Der demografische Wandel bringt zusätzlichen Handlungsbedarf mit sich. Derzeit beziehen nur 40% der untersuchten Kommunen Menschen mit Behinderungen aktiv in Planungsprozesse ein. Dabei könnten partizipative Planungsansätze nicht nur praxistaugliche Lösungen fördern, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Zweibrücken und anderswo die richtigen Schlüsse ziehen.
Die Ergebnisse dieser wichtigen Untersuchungen sind auf der Website des Deutschen Instituts für Menschenrechte zugänglich. Dort finden sich auch nützliche Praxisbeispiele und rechtliche Vorgaben, die den Weg zu inklusiven Gemeinwesen ebnen können. Wenn sich alle an einen Tisch setzen, kann man gemeinsam viel erreichen. Und das wäre wirklich ein Grund zur Freude!
