In Zweibrücken sorgten zwei Soldaten, die sich als Weihnachtsmänner verkleidet hatten, für reichlich Aufregung auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt. Bewaffnet mit Sturmgewehren und einer geladenen Pistole, waren sie am Stand der Bundeswehr, wo traditionell Erbsensuppe verkauft wird, anzutreffen. Es ist schon eine skurrile Vorstellung: Weihnachtsmänner, die nicht nur Geschenke, sondern auch Waffen mitbringen. Die Polizei wurde alarmiert, als Besucher der Veranstaltung die „bewaffneten Weihnachtsmänner“ entdeckten und umgehend die Behörden informierten.

Nachdem die Polizei eintraf, stellte sich schnell heraus, dass die Soldaten, die zur Kompanie des Fallschirmjägerregiments 26 in der Niederauerbach-Kaserne gehören, keine Munition für ihre Kriegswaffen bei sich hatten. Lediglich eine Sicherungswaffe war mit scharfer Munition ausgestattet, vergleichbar mit einer Dienstwaffe der Polizei. Laut dem Kommandeur der Kaserne, Oberst Martin Holle, war die Sicherungswaffe nicht schussbereit und sollte lediglich dazu dienen, Diebstahl zu verhindern. Nach einem kurzen Gespräch mit den Beamten verstauten die Soldaten ihre Waffen in Behälter, und die Polizei transportierte die Waffen umgehend ab. Für die Weihnachtsmarktbesucher war die Situation jedoch alles andere als festlich.

Staatsanwaltschaft sieht keinen Anfangsverdacht

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Zweibrücken ergaben, dass kein Anfangsverdacht für ein strafbares Verhalten vorlag. Die Entscheidung, kein Strafverfahren einzuleiten, basierte auf einem klaren dienstlichen Bezug der Soldaten zur Bundeswehr. Somit war auch kein Verstoß gegen das Waffengesetz gegeben. Die klare Vorschrift für Bundeswehrsoldaten sieht vor, dass das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit stark reguliert ist. In diesem Fall wurde festgestellt, dass die Soldaten im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeiten auf dem Weihnachtsmarkt agierten, was die Situation in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Oberst Holle, der Kommandeur der Niederauerbach-Kaserne, entschuldigte sich bei den Weihnachtsmarktbesuchern für den Vorfall. „Das war nicht die Absicht“, so Holle, der auch betonte, dass es keine „Waffenschau“ oder ähnliches für das Mitführen von Waffen auf dem Weihnachtsmarkt gab. Die Situation wirft Fragen auf, nicht nur über die Sicherheit auf öffentlichen Veranstaltungen, sondern auch über das richtige Maß an militärischer Präsenz in zivilen Lebensbereichen. In einer Zeit, in der die Menschen sich nach Besinnlichkeit und Frieden sehnen, könnte eine derartige Darstellung von militärischer Macht auf einem Weihnachtsmarkt durchaus als unpassend empfunden werden.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass die Vorfälle auf dem Weihnachtsmarkt in Zweibrücken eine kuriose, aber auch ernsthafte Diskussion über das Verhältnis von Militär und Gesellschaft anstoßen. Die Menschen wollen feiern, ohne sich auch noch um die Sicherheit sorgen zu müssen – besonders an einem Ort, der mit Freude und Fröhlichkeit assoziiert wird. Ob es notwendig ist, dass Soldaten in voller Montur und mit Waffen durch die Straßen ziehen, ist ein Thema, das sicherlich noch lange diskutiert werden wird. Ein gewisser Zauber der Weihnacht sieht anders aus.

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