Heute ist der 9.05.2026 und wir blicken auf einen aufregenden Fall aus dem Saarland, der nicht nur die lokale Bildungspolitik aufmischt, sondern auch bundesweit für Aufsehen sorgt. In Nordrhein-Westfalen wurden bereits mehrere Vorfälle bekannt, bei denen krankgeschriebene Lehrkräfte trotzdem Nebentätigkeiten ausübten. Die AfD im Düsseldorfer Landtag zeigt sich empört über solche Missstände und fordert klare Konsequenzen. Doch jetzt steht ein ehemaliger AfD-Kreisvorsitzender im Saarland, Michel Dörr, im Zentrum der Aufmerksamkeit, weil er trotz Krankschreibung über ein Jahr lang in der AfD-Landtagsfraktion arbeitete. Das Bildungsministerium des Saarlandes bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ und prüft derzeit dienstrechtliche Maßnahmen gegen Dörr.
Michel Dörr, der Sohn von Josef Dörr, dem 87-jährigen AfD-Fraktionschef im saarländischen Landtag, ist seit Anfang 2025 als Lehrer einer Gemeinschaftsschule in Sulzbach krankgeschrieben. In dieser Zeit hat er jedoch die Nebentätigkeit nicht bei seinem Hauptarbeitgeber, dem Bildungsministerium, angezeigt, was Fragen aufwirft. Die Dauer der Krankschreibung blieb aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes unbekannt. Der Umfang seiner Nebentätigkeit überschritt die zulässige Stundenanzahl, was weitere Bedenken aufwirft. Interessanterweise wurde die Nebentätigkeit entdeckt, als die AfD eine elektronische Zugangskarte für Michel Dörr anforderte. So einfach kann es manchmal gehen! Weder Josef Dörr noch Michel Dörr oder die AfD-Landtagsfraktion haben auf Anfragen reagiert.
Unklare Zustände und politische Brisanz
Der Fall ist nicht nur lokal brisant, sondern wirft auch Fragen über die Integrität und Glaubwürdigkeit der AfD insgesamt auf. Im Herbst 2022 hatte die AfD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen bereits zu Missbrauch von Krankschreibungen im Schuldienst Stellung bezogen. Christian Blex, der schulpolitische Sprecher, forderte damals „unmissverständliche Konsequenzen“ für Lehrer, die sich auf Kosten des Staates verhalten. Komischerweise stehen jetzt Mitglieder der eigenen Fraktion im Zentrum der Kritik. Es ist fast schon ironisch, oder?
Das Bildungsministerium hat Michel Dörr aufgefordert, zu seiner Nebentätigkeit Stellung zu beziehen. Nebentätigkeiten können unter Umständen untersagt werden, wenn sie dem Ansehen der öffentlichen Verwaltung schaden. Und genau das scheint hier der Fall zu sein. Ähnliche Vorwürfe gab es schon in anderen Bundesländern gegen AfD-Fraktionen, die wegen der Verwendung öffentlicher Mittel in der Kritik standen. Die AfD hat sich mit ihren Angriffen auf Missbrauch öffentlicher Mittel und mangelnde Integrität politischer Gegner einen Namen gemacht – und jetzt? Jetzt stehen sie selbst im Fokus.
Die nächsten Schritte
Es bleibt abzuwarten, welche dienstrechtlichen Maßnahmen das Bildungsministerium letztendlich gegen Michel Dörr einleiten wird. Die Landtagsverwaltung gibt keine Details zu den Beschäftigten der Fraktionen bekannt, was die Situation nur noch undurchsichtiger macht. Die AfD hat ihre Glaubwürdigkeit durch die ständigen Angriffe auf andere Politiker aufgebaut. In diesem Fall könnte sich das Blatt jedoch wenden, und zwar schnell. Bisherige Anfragen des Spiegels zu den Vorwürfen gegen Michel Dörr blieben unbeantwortet. Vielleicht wird sich das bald ändern – oder auch nicht.
Hier im Saarland sind die Menschen gespannt, welche Auswirkungen dieser Fall auf die Bildungspolitik und das öffentliche Vertrauen in die Politik insgesamt haben wird. Die kommenden Tage dürften einige Überraschungen bereithalten.