Ehrenamtliches Engagement im Saarpfalz-Kreis: Albert Zitt als Beauftragter für die Alters- und Ehrenwehr ernannt
Im Saarpfalz-Kreis gibt es Neuigkeiten, die das ehrenamtliche Engagement in der Region beleuchten. Albert Zitt, ein erfahrener Feuerwehrmann, wurde kürzlich zum Beauftragten für die Alters- und Ehrenwehr der Feuerwehren ernannt. Diese Ernennung, vollzogen durch Landrat Frank John und Brandinspekteur Stefan Schrögler in der Kreisverwaltung Homburg, unterstreicht die Wertschätzung, die er aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung und seines unermüdlichen Einsatzes genießt. Zitt, der im stolzen Alter von 80 Jahren immer noch aktiv ist, wird die Wehrführer der örtlichen Feuerwehren beratend unterstützen. Er trat bereits 1963 in die Feuerwehr des Löschbezirks Hassel ein und hat sich seither in zahlreichen Funktionen engagiert. Seine Verdienste wurden mit mehreren Auszeichnungen gewürdigt, darunter das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber und Gold. Seit 2005 ist er zudem in der Altersabteilung der Feuerwehr aktiv.
Seine Arbeit wird besonders in Zeiten des demografischen Wandels als bedeutend erachtet. Immer mehr ehemalige aktive Feuerwehrangehörige benötigen Unterstützung. Zitt ist nicht nur im Feuerwehrwesen engagiert, sondern auch kommunalpolitisch aktiv. Seit 2022 ist er für die SPD im Stadtrat von St. Ingbert tätig und arbeitet im Bau- und Werksausschuss mit. Für seine herausragenden Leistungen, insbesondere während der Corona-Pandemie, erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Landrat John bezeichnete ihn als langjährigen und verlässlichen Ansprechpartner, der soziale Verantwortung und Feuerwehrkultur verbindet. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Herzblut und Engagement in dieser Arbeit steckt.
Die Herausforderungen des Ehrenamts
Doch die Herausforderungen für ehrenamtliche Feuerwehrleute nehmen zu. Laut einer Studie von Prof. Dr. Doris Rosenkranz von der Technischen Hochschule Nürnberg, die sich mit dem Ehrenamt und den Freiwilligen Feuerwehren befasst hat, gibt es zwar eine Zunahme an Kräften, aber auch demografische Herausforderungen. Über 32.000 Feuerwehrleute in Bayern nahmen an der Untersuchung teil, und es zeigt sich, dass 96 Prozent der Feuerwehrleute ehrenamtlich tätig sind. Die Bereitschaft für kürzere Projekteinsätze wächst, während das Interesse an langfristigen Auszeichnungen abnimmt. Die Altersgrenze für das Ehrenamt liegt bei 65 Jahren, was bedeutet, dass viele Feuerwehrleute in naher Zukunft ausscheiden könnten. Prognosen besagen, dass bis 2041 die Zahl der aktiven Feuerwehrleute in Bayern um mindestens ein Drittel sinken wird. Dies ist eine alarmierende Entwicklung und erfordert schnelles Handeln.
Um dem entgegenzuwirken, müssen neue Zielgruppen gewonnen und das Engagement strategisch gestaltet werden. Die Bedeutung von Anerkennung und Sichtbarkeit wird immer größer. Ehrenamtliche Feuerwehrleute wünschen sich mehr Wertschätzung für ihre Arbeit, und die Kommunikation über ihre Rolle ist entscheidend. In diesem Kontext gewinnt auch das „Strategische Freiwilligenmanagement“ an Bedeutung, um die Strukturen zu stärken und die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen.
Ehrenamt als Basis der Gesellschaft
Die Zahlen sprechen für sich: Rund 29 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich, was etwa 40 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren entspricht. Ehrenamtliches Engagement ist nicht nur der Kitt der Gesellschaft, sondern auch von wirtschaftlichem Wert. Der geschätzte Wert des Ehrenamts liegt jährlich bei über 100 Milliarden Euro. Allerdings wandeln sich die Rahmenbedingungen: Menschen sind beruflich stark eingebunden, Familienstrukturen verändern sich, und die Freizeit wird knapper. Daher ist es wichtig, neue, flexible Engagementformen zu entwickeln, die den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft entsprechen.
Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) wurde ins Leben gerufen, um freiwilliges Engagement zu fördern und vor allem in ländlichen Regionen zu stärken. Sie bietet Unterstützung, Beratung und Vernetzung für Engagierte und hat bereits über 14.000 Projekte gefördert. Die Coronazeit hat zudem gezeigt, wie wichtig digitale Strukturen für die Anpassungsfähigkeit von Vereinen sind. Zukünftig wird die DSEE den Fokus auf Bildung, Beratung und die Sichtbarkeit des Ehrenamts legen. In einer Zeit, in der viele Herausforderungen auf die Gesellschaft zukommen, bleibt das Ehrenamt ein zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens. Es ist zu hoffen, dass die nötige Wertschätzung und die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um dieses Engagement für die Zukunft zu sichern.
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