Im Saarland, genauer gesagt in den Städten Saarbrücken und Saarlouis, greift ein Trend um sich, der bei vielen Hausbesitzern beliebt ist: Schottergärten. Diese sind nicht nur pflegeleicht, sondern auch ästhetisch ansprechend – zumindest denken viele das. Doch die Realität sieht anders aus. Schottergärten sind ökologisch problematisch und schaden nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch dem Mikroklima. Experten warnen, dass diese Art der Gartengestaltung alles andere als pflegeleicht ist, wie viele glauben.

Bereits seit einigen Jahren versuchen die Städte, die Besitzer solcher Gärten zur Umwandlung in grüne Vorgärten zu animieren. Ein Förderprogramm, das seit Mai 2022 läuft, hat bereits erste Erfolge gezeigt. Bislang wurden 15 Anträge für den Rückbau von Schottergärten gestellt, von denen 12 bewilligt wurden. Insgesamt wurden rund 2.600 Euro ausgezahlt, was im Durchschnitt 220 Euro pro Rückbau ergibt. Im Rahmen des Programms zahlt die Stadt 15 Euro pro Quadratmeter, maximal jedoch 750 Euro. Und das Beste: Die Fördersumme wurde auf 1.500 Euro verdoppelt! In Saarlouis hingegen sieht die Situation etwas anders aus. Hier gibt es zwar eine Förderung von 10 Euro pro Quadratmeter, allerdings wurden bisher keine Anträge gestellt.

Ökologische Nachteile und Probleme

Die ökologischen Nachteile von Schottergärten sind vielfältig. Diese Gärten heizen sich im Sommer stark auf und bieten kaum Lebensraum für Insekten und Vögel. Tatsächlich können dunkle Steine die Umgebungstemperatur in städtischen Gebieten noch weiter erhöhen, was zu einem unangenehmen Mikroklima führt. Pflanzen fehlen, die normalerweise die Luft abkühlen würden. Zudem bleibt Regenwasser in Schotterbeeten häufig stehen, da der Boden verdichtet ist, was die Regenwasserableitung belastet. Schottergärten schaden der Bodenfruchtbarkeit und führen zu einem Verlust wertvollen Bodens. Umweltverbände wie der Naturschutzbund (Nabu) kritisieren diese Art von Gärten scharf als ökologisch sinnlos.

Viele Hausbesitzer entscheiden sich für Schottergärten aus verschiedenen Gründen: Pflege-Minimierung, ästhetische Vorlieben, Zeitmangel oder auch körperliche Einschränkungen. Doch die Kosten sind nicht zu vernachlässigen. Kies kann mehrere hundert Euro pro Tonne kosten und die Reinigung von Schotterflächen erfordert nicht nur Laubbläser oder Hochdruckreiniger, sondern auch viel Energie. Nach 3 bis 10 Jahren muss die gesamte Fläche abgetragen und der Kies erneuert werden. Komischerweise ist das alles andere als billig und pflegeleicht, wie oft behauptet wird.

Gesetzliche Regelungen und gesellschaftliche Verantwortung

2023 wurde im Saarland ein landesweites Verbot für Schottergärten abgelehnt, während in Saarbrücken solche Gärten bei Neubauten seit 2022 untersagt sind. In vielen anderen Bundesländern sind Schottergärten bereits verboten, da Landesbauordnungen wasserdurchlässige und begrünte Flächen verlangen. Gemeinden führen Kontrollen durch, und wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss mit Bußgeldern rechnen. Es ist eine interessante, vielleicht sogar tragische Situation: Die Schottergärten, die einst als pflegeleichte Lösung galten, entpuppen sich zunehmend als ökologische Zeitbomben.

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Die Vorteile eines naturnahen Gartens sind unbestreitbar. Er bietet nicht nur Lebensräume für Insekten, sondern ist auch pflegeleicht und ästhetisch vielfältig. Kiesbeete, die keine Folien oder Vliese verwenden, sind eine umweltfreundliche Alternative. Helle Steine wie Granit-Vulkangestein heizen sich weniger auf und fördern die Artenvielfalt. Die Diskussion über Schottergärten zeigt, wie wichtig es ist, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, die nicht nur den persönlichen Vorlieben, sondern auch der Umwelt zugutekommen.

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