Im Altmarkkreis Salzwedel fand am 28. April 2026 die Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben – Zweiräder im Blick“ statt. Ziel dieser Initiative ist es, ein rücksichtsvolleres Verhalten im Straßenverkehr zu fördern und somit die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken. Im Jahr 2025 wurden in der Region 86 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern registriert, dabei wurden 67 Personen verletzt. Diese besorgniserregenden Zahlen machen deutlich, wie wichtig präventive Maßnahmen sind.
Im Rahmen der Aktion wurden insgesamt 82 Fahrzeuge kontrolliert, dabei wurden 32 Regelverstöße festgestellt. Der Schwerpunkt der Kontrollen lag auf der Prävention, wobei viele Ordnungswidrigkeiten mündlich verwarnt wurden. Zudem gab es Verkehrspräventionsveranstaltungen an Grundschulen in Salzwedel und Kunrau sowie das KiS-Projekt (Kinder sicher im Straßenverkehr) in Gardelegen. Eine Puppenbühne der Polizei in Beetzendorf informierte ebenfalls über Verkehrssicherheit. Bei einer Polizeikontrolle in Mieste flüchtete ein 16-jähriger Moped-Fahrer, der leistungssteigernde Veränderungen an seiner Simson vorgenommen hatte. Er benötigte eine andere Führerscheinklasse, und gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet, während das Fahrzeug sichergestellt wurde.
Verstöße und Unfälle im Fokus
Die Kontrollen führten auch zu weiteren Feststellungen. So wurde ein 38-jähriger Kraftradfahrer in Altmersleben ohne gültige Fahrerlaubnis erwischt, während eine 23-jährige Autofahrerin in Kalbe ohne Führerschein und mit einem positiven Urintest auf THC angehalten wurde, was zur Anordnung einer Blutprobenentnahme führte. Ein Wildunfall auf der L 27 bei Hemstedt, bei dem ein Reh erfasst wurde, verursachte einen fünfstelligen Sachschaden, der Fahrer blieb jedoch unverletzt.
Zusätzlich wurden Geschwindigkeitskontrollen in Kakerbeck und Arendsee durchgeführt. In Kakerbeck wurden 603 PKW und 146 LKW kontrolliert; 12 Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs, wobei der schnellste Fahrer mit 79 km/h gemessen wurde. In Arendsee hingegen waren von 27 kontrollierten Fahrzeugen nur 1 Fahrzeug zu schnell, mit einer Geschwindigkeit von 69 km/h.
Ein gesamtgesellschaftliches Anliegen
Die Verkehrssicherheit ist nicht nur ein Thema für lokale Initiativen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Im Jahr 2024 verloren in Deutschland 2.770 Menschen ihr Leben bei Straßenverkehrsunfällen, was einem Rückgang von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies ist ein ermutigendes Zeichen, zeigt aber auch, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMV) verfolgt die „Vision Zero“, die das Ziel hat, keine Toten im Straßenverkehr zu akzeptieren.
Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wurde 2021 der „Pakt für Verkehrssicherheit“ ins Leben gerufen, der die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Gemeinden betont. Jährlich stellt das BMV etwa 15 Millionen Euro für Präventionsmaßnahmen zur Verfügung. Weitere Informationen sind in der Förderrichtlinie für Aufklärungsmaßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu finden. Es bleibt zu hoffen, dass die kontinuierlichen Bemühungen um Verkehrssicherheit auch in Zukunft Früchte tragen werden.