Im Kreis Anhalt-Bitterfeld gibt es gute Nachrichten für die Bauarbeiter. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die Beschäftigten dazu aufgerufen, ihre Lohnabrechnungen genau zu überprüfen. Der Grund? Der Tariflohn für Fachkräfte ist im April um mehr als 1,30 Euro pro Stunde gestiegen. Das bedeutet, dass Fachkräfte in Vollzeit nun etwa 227 Euro mehr pro Monat auf dem Konto haben. Aktuell liegt der Stundenlohn für diese Fachkräfte bei 26,05 Euro. Damit sind die Löhne im Bauwesen in Anhalt-Bitterfeld nun auf dem Niveau der Westdeutschen Gehälter angekommen, was eine jahrelange Ungleichbehandlung endlich beendet.

Diese Lohnerhöhung ist Teil der dritten Stufe des Bau-Tarifabschlusses, der für 2024 vereinbart wurde. Besonders bemerkenswert ist, dass der Stundenlohn für Baumaschinenführer und Fliesenleger im Westen von 22,40 Euro auf 26,05 Euro gestiegen ist. Im Osten ist er von 21,67 Euro auf 26,05 Euro angehoben worden. Diese Anpassungen betreffen rund 1.490 Beschäftigte, die in 145 Baubetrieben im Landkreis arbeiten. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG BAU, Carsten Burckhardt, hat die Bedeutung dieser Lohnerhöhung klar hervorgehoben.

Tariferhöhungen bis 2027

Aber das ist noch nicht alles. Der Tarifabschluss im Bauhauptgewerbe, der am 14. Juni 2024 nach fast viermonatigen Verhandlungen zustande kam, sieht weitere Lohnerhöhungen bis 2027 vor. In drei Stufen werden die Löhne bis zu diesem Zeitpunkt angehoben. Ab dem 1. Mai 2024 wird es für die Westregion eine Erhöhung von 1,2 Prozent geben, während die Beschäftigten im Osten mit 2,2 Prozent rechnen können. Zusätzlich gibt es einen festgelegten Betrag von 230 Euro pro Monat, der ebenfalls wirksam wird.

Die zweite Stufe, die am 1. April 2025 in Kraft tritt, bringt für den Westen eine Erhöhung von 4,2 Prozent und für den Osten von 5 Prozent. In der dritten Stufe, die am 1. April 2026 startet, wird die Angleichung an das Westniveau weiter vorangetrieben. Die Laufzeit des Tarifvertrags erstreckt sich bis zum 31. März 2027. Außerdem entfällt der Mindestlohn im Baugewerbe, und die Lohngruppen 1 und 2 werden in die TV-Lohn aufgenommen.

Die Ausbildungsvergütungen steigen ebenfalls. Ab April 2025 gibt es im ersten Ausbildungsjahr 1.080 Euro, gefolgt von weiteren Erhöhungen im Jahr 2026. Für die Auszubildenden in der Baubranche wird es also auch finanziell attraktiver, was für die Branche selbst von großer Bedeutung ist. Die Lohngruppen im Bauhauptgewerbe sind klar strukturiert und reichen von Werker und Maschinenwerker bis hin zu spezialisierten Facharbeitern.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Entwicklungen in Anhalt-Bitterfeld und darüber hinaus zeigen, dass die Bauindustrie in Deutschland auf einem guten Weg ist, die Gehälter gerechter zu gestalten und den Beschäftigten ein angemessenes Einkommen zu bieten. Die Angleichung der Löhne zwischen Ost- und Westdeutschland ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.