In der Region Wanzleben/Wolmirstedt hat sich ein bemerkenswerter Trend bemerkbar gemacht: Immer mehr junge Menschen entdecken die Freude am Kleingärtnern. Das ist nicht nur ein schöner Zeitvertreib, sondern auch eine Antwort auf die steigenden Preise im Supermarkt. Durch den eigenen Anbau von Obst und Gemüse versuchen viele, ein Stück Unabhängigkeit zu gewinnen. Laut einer Statistik sind im Bereich Börde-Ohre 2.703 Pächter in 51 Vereinen für insgesamt 3.244 Parzellen aktiv. In Wolmirstedt sieht es ähnlich aus: Hier betreuen 1.948 Pächter in 41 Vereinen 2.189 Parzellen. Insgesamt gibt es im Landkreis Börde rund 4.621 organisierte Kleingärtner, wobei die echte Zahl, mit Familien und Freunden, wohl über 7.000 Menschen umfasst. Das sind fast 20% der Bevölkerung, die sich in irgendeiner Form mit Kleingärten beschäftigen! Die Quelle berichtet, dass der Altersdurchschnitt der Kleingärtner in Börde-Ohre bei 54,47 Jahren liegt, während er in Wolmirstedt bei 56,11 Jahren ist. Besonders bemerkenswert ist die Altersgruppe von 26 bis 45 Jahren: Hier sind in Börde-Ohre 828 Pächter aktiv, in Wolmirstedt sind es 544.

Ein Blick auf die Kleingartenvereine

Kleingartenvereine sind in der Region Wanzleben/Wolmirstedt gut organisiert. Geplant ist die Bildung eines Großverbands, um mehr Sicherheit bei Pachtverhältnissen zu gewährleisten. Aktuell bewirtschaften die Verbände beeindruckende 3,9 Millionen Quadratmeter Pachtland, unterstützt von 28 Fachberatern und 19 Wertermittlern. Diese Kooperation umfasst Netzwerktreffen, Veranstaltungen, Schulungen und den Austausch wichtiger Informationen. Ein gemeinsamer Internetauftritt wird für 2023 angestrebt, um die Sichtbarkeit und Vernetzung der Kleingärtner zu erhöhen. Und nicht zu vergessen: Der Landratspokal der Börde wurde an den Verein „1947“ in Wolmirstedt verliehen, der mit 114 Parzellen und 103 Pächtern auf einem erfreulichen Wachstumskurs ist.

Ein weiteres interessantes Detail ist die Pachtstruktur in Deutschland. Laut dem Bundesverband der Kleingartenvereine sind rund 900.000 Mitglieder im Kleingartenwesen organisiert. Das Kleingartenwesen hat eine lange Tradition in Deutschland und ist in 20 Landesverbänden mit insgesamt 13.155 Kleingartenvereinen strukturiert. In Sachsen gibt es die meisten Kleingärten, über 183.000 Parzellen. Die Pachtpreise sind reguliert, was das Kleingärtnern zu einem vergleichsweise günstigen Hobby macht, mit durchschnittlichen Pachtkosten von etwa 66,60 Euro pro Jahr für eine Parzelle von 370 Quadratmetern.

Die Bedeutung der Kleingärten im urbanen Raum

Die aktuelle Studie des BBSR hat den Status quo des Kleingartenwesens in Deutschland untersucht. Sie beleuchtet die Bedeutung von Kleingärten für die städtische Infrastruktur, die Flächenverfügbarkeit und die sozialen Strukturen in den Städten. Besonders in Zeiten der Coronapandemie wurde die Relevanz wohnungsnaher Frei- und Grünräume deutlich. Zunehmend interessieren sich junge Familien und Menschen für Kleingärten, was einen Wandel im Kleingartenwesen zeigt. Wo Bevölkerungsrückgang herrscht, sinkt allerdings die Nachfrage, was zu Leerständen führen kann. Die Studie will den aktuellen Stand aufzeigen und die Integration von Kleingärten in die Stadtentwicklungskonzepte fördern. Schließlich sind diese kleinen Oasen nicht nur ein Rückzugsort für Hobbygärtner, sondern tragen auch zum Umwelt- und Klimaschutz bei, indem sie die Biodiversität fördern und als kühle Orte in der Stadt fungieren.

Die Entwicklungen in der Region Wanzleben/Wolmirstedt spiegeln einen deutschlandweiten Trend wider, der die Wertschätzung und die kulturelle Bedeutung von Kleingärten in unserer Gesellschaft unterstreicht. Die Freude am Gärtnern, das Teilen von Obst und Gemüse und das Gemeinschaftsgefühl in den Vereinen sind Aspekte, die nicht nur den individuellen Lebensstil bereichern, sondern auch zur Stärkung unseres sozialen Gefüges beitragen. Und so bleibt zu hoffen, dass die Begeisterung für die kleine grüne Oase im Garten auch weiterhin wächst.

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