Die genetische Vielfalt des Damwildes: Rückblicke auf 120.000 Jahre Evolution und menschliche Einflüsse
Heute ist der 6.06.2026 und ein spannendes Thema beschäftigt die Wissenschaftler und Tierfreunde in Deutschland: die genetische Vielfalt des Damwildes und die kürzlich entdeckten Knochenfunde im Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt. Ein internationales Team von Forschern, darunter die Universität Potsdam, das Archäologische Forschungszentrum MONREPOS und die Universität Leiden, hat unter dem Mikroskop der Zeit einen faszinierenden Blick auf das Leben der Damhirsche vor etwa 120.000 Jahren geworfen. Dabei wurde die mitochondriale DNA von zehn Urzeit-Damhirschen isoliert, was zu einem aufschlussreichen Ergebnis führte. Die damalige lokale Population hatte eine genetische Vielfalt, die sich mit der heutigen Vielfalt aller europäischen Damhirsche messen kann. Das ist schon mal eine ganz andere Hausnummer, wenn man bedenkt, wie verarmt das Erbgut der modernen Damhirsche im Vergleich zu verwandten Arten wie dem Rothirsch oder Sambarhirsch ist! [Link zur Quelle]
Was hat das Ganze mit dem Klima zu tun? Eine Menge! Während einer Warmzeit vor der nächsten Eiszeit – die in spätestens 11.000 Jahren erwartet wird, so die Prognosen – war das Klima mild und begünstigte das Überleben dieser beeindruckenden Tiere. Diese Warmzeiten sorgten dafür, dass Damhirsche in Mitteleuropa weit verbreitet waren. Aber in kalten Perioden, wie wir sie kennen, zogen sie sich in die südlicheren Gefilde, wie zum Beispiel Anatolien und den Balkan, zurück. Dort überlebten sie in isolierten Rückzugsgebieten, während die eiszeitlichen Abkühlungsphasen diverse mitteleuropäische Populationen auslöschten.
Ursprünge und Menschliche Einflüsse
Ein weiterer interessanter Aspekt der Forschung ist, dass Menschen seit der Steinzeit Damwild in Süd- und Westeuropa angesiedelt haben. Oft geschah dies über Seewege und aus weit entfernten Populationen, wie zum Beispiel Anatolien. Diese Erkenntnisse werfen Fragen auf, die weit über die reine Artenschutzforschung hinausgehen. Wie bewertet man heutzutage diese Damwildpopulationen? Sind sie noch als schützenswerte, heimische Arten zu betrachten, wenn sie so stark durch menschliches Handeln beeinflusst wurden? [Link zur Quelle]
Das internationale Forscherteam hat auch festgestellt, dass nicht immer die nächstgelegenen Populationen als Bezugsquelle dienten. So stammten Damhirsche von den griechischen Inseln Chios und Rhodos genetisch vom Balkan und nicht aus der näheren ostmediterranen Küstenregion. Auch die Damhirsche, die im Mittelalter nach England eingeführt wurden, kamen aus Anatolien und nicht aus Iberien oder Italien. Diese tierischen Exoten wurden oft mit dem Wunsch nach Macht und Exotik importiert, was irgendwie auch einen faszinierenden kulturellen Kontext eröffnet. Die Verbindung zwischen diesen Umsiedlungen und religiösen Kulten, wie dem um die griechische Jagdgottheit Artemis/Diana, ist jedenfalls spannend zu betrachten.
Ein wertvolles Umweltarchiv
Die Knochenfunde, die im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt aufbewahrt werden, sind nicht nur von historischer Bedeutung, sondern auch ein wertvolles Umweltarchiv für die Artenschutzforschung. Die Analyse zeigt, dass die genetische Vielfalt der warmzeitlichen Population des Damwildes vergleichbar mit der heutigen Population in Europa ist, die sich von Spanien bis zur Türkei erstreckt. Es ist fast schon ein Wunder, wie sehr sich das Erscheinungsbild des Damwildes an lokale Gegebenheiten anpassen kann! [Link zur Quelle]
Insgesamt zeigt die Forschung, wie eng die Geschichte des Damwildes mit dem menschlichen Handeln und den klimatischen Veränderungen verwoben ist. Zukünftige Arbeiten an den vollständigen Genomen dieser faszinierenden Art könnten noch viel mehr Licht auf ihre demografische Geschichte werfen. Wer weiß, was uns die nächsten Entdeckungen bringen werden!
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