Am 25. April 2026 wurde der ehemalige Bischof Leopold „Leo“ Nowak in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg feierlich beigesetzt. Dies geschah zwei Wochen nach seinem Tod am 12. April 2026 im Alter von 97 Jahren. Nowak, der als erster Bischof des neu gegründeten Bistums Magdeburg diente, hinterlässt eine bedeutende Hinterlassenschaft, die eng mit der Geschichte der Region verbunden ist.
Die Totenmesse fand in Anwesenheit zahlreicher Geistlicher sowie hochrangiger Vertreter aus Politik und Gesellschaft statt. Unter den Gästen waren Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und Bildungsminister Jan Riedel (CDU). Der Gottesdienst wurde von 500 Zuschauern per Livestream verfolgt, was die große Wertschätzung für Nowak verdeutlicht.
Ein Leben im Dienst der Kirche
Leo Nowak wurde am 17. März 1929 in Magdeburg geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und dem Abitur entschied er sich 1950 für den geistlichen Werdegang und begann ein Theologie- und Philosophiestudium. Am 10. Mai 1956 wurde er in Magdeburg zum Priester geweiht und übernahm verschiedene Seelsorgedienste in der Region. Seine Bischofsweihe erhielt er am 24. März 1990, und bereits am 9. Oktober 1994 wurde er als Bischof von Magdeburg eingeführt.
In seiner Amtszeit von 1994 bis 2004 spielte Nowak eine entscheidende Rolle bei der Neudefinition des Verhältnisses zwischen Kirche und Gesellschaft, insbesondere nach der Friedlichen Revolution 1989. Bischof Gerhard Feige würdigte Nowak in seiner Predigt als Seelsorger, der Orientierung gab und Brücken zwischen Konfessionen sowie zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden schlug.
Vermächtnis und Beisetzung
Die Beisetzung fand im kleinen Kreis im Kapitelsfriedhof im Innenhof der Kathedrale statt, wo Gläubige sich am offenen Grab von Nowak verabschieden konnten. Sein Sarg war mit dem Evangelienbuch, der Mitra und seinem Bischofsstab geschmückt, und in den Sarg wurde eine Urkunde mit wichtigen Lebensdaten und Ereignissen seiner Amtszeit gelegt. Nowak gründete während seiner Zeit als Bischof sieben katholische Schulen und die Stiftung „netzwerk leben“, die einen wichtigen Beitrag zur Bildung und sozialen Integration leisteten.
Sein Wahlspruch „Instaurare omnia in Christo“ – „Alles in Christus erneuern“ – spiegelt seine Mission wider, die Kirche in der modernen Welt zu verankern. Bischof Michael Gerber bezeichnete Nowak als „Urgestein aus der ostdeutschen Diaspora“ und hob seine wesentliche Rolle beim Aufbau des Bistums nach der Wende hervor. Diese Beisetzung markiert das Ende eines Lebens, das geprägt war von Dienst, Hingabe und dem Streben nach Einheit in der Vielfalt.
Für weitere Informationen über Bischof Leo Nowak und seine Verdienste können Sie die vollständige Berichterstattung auf n-tv nachlesen.