Am Samstagvormittag, dem 9. Mai 2026, kam es zu einem spannenden Zwischenfall auf der Elbe im Landkreis Wittenberg, der die Passagiere der Gierseilfähre Elster-Wartenburg in Aufregung versetzte. Während der Überfahrt riss das Gierseil, was dazu führte, dass die Fähre mit den fünf Passagieren und drei Pkw an Bord 400 Meter mit der Strömung trieb. Zum Glück bewies der Fährführer einen kühlen Kopf und setzte schnell den Anker, was eine noch schlimmere Situation verhinderte. Feuerwehr und Katastrophenschutz waren umgehend zur Stelle und retteten alle Beteiligten unverletzt an Land. So konnte ein möglicherweise dramatisches Ende abgewendet werden!
Die Fähre wurde daraufhin geborgen, was den Schiffsverkehr auf der Elbe für etwa vier Stunden beeinträchtigte. Die Polizei hat inzwischen die Ermittlungen zu den Ursachen des Seilrisses aufgenommen, wobei menschliches Versagen ausgeschlossen wird. Möglicherweise hat das Seil äußeren Einflüssen, wie beispielsweise einem Eisgang im Winter, nicht standgehalten. Es ist erwähnenswert, dass Gierseilfähren, wie diese, regelmäßig gewartet werden und ihre Funktionsweise darauf beruht, dass sie die Strömung eines Flusses zur Fortbewegung nutzen. Ein langes Drahtseil, das am Ufer verankert ist, hält das Schiff in Position und sorgt dafür, dass es nicht abtreibt.
Wie funktioniert eine Gierseilfähre?
Die Technik hinter diesen Fähren ist wirklich spannend. Sie nutzen die Strömung des Flusses, um sich von einer Seite zur anderen zu bewegen. Das Drahtseil ist am Ufer befestigt und teilt sich an der Fähre in zwei Enden, die am Bug und Heck befestigt sind. Während der Überfahrt werden diese Seilenden unterschiedlich eingestellt. Wenn ein Seilende kürzer wird, verlängert sich das andere, was zu einer Gierbewegung führt. Diese Bewegung ermöglicht es der Fähre, von der Strömung seitlich gedrängt zu werden. Komplex, oder? Aber es funktioniert sehr gut, solange alles in Ordnung ist!
Die Gierseilfähre ist ein besonderer Fährtyp, der auf den Flüssen Deutschlands, insbesondere der Elbe und der Weser, weit verbreitet ist. Ihre Erfindung geht auf Hendrick Heuck aus Nijmegen im Jahr 1657 zurück. Damals wurde die Umstellung auf Gierseilfähren in der Schifffahrt vorgenommen, um den Herausforderungen der Kettenschifffahrt im 19. und 20. Jahrhundert zu begegnen. Ein paar bekannte Beispiele für Gierfähren sind die Elbfähren in Barby und Breitenhagen, sowie die Saalefähre in Groß Rosenburg. Interessanterweise sind einige Gierfähren, wie die zwischen Hehlen und Daspe, seit 2004 außer Betrieb.
Obwohl die Technik der Gierseilfähren faszinierend ist, erfordert der Fährbetrieb auch spezielle Zulassungsprüfungen, um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten. So bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die Ermittlungen zur Ursache des Seilrisses bringen werden. Wir können nur hoffen, dass solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können und die Gierseilfähren für die Menschen weiterhin sicher und zuverlässig bleiben.