Im Landkreis Saalekreis steht ein bedeutendes Projekt auf der Agenda: Die Kinder- und Jugendstudie „What’s up? 2.0“ wird in den kommenden Wochen starten. Diese umfassende Befragung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zielt darauf ab, eine aktuelle empirische Grundlage für die strategische Bedarfsplanung der Kinder- und Jugendhilfe im Saalekreis zu schaffen. Annett Hellwig, die Dezernentin für Gesundheit, Soziales und Bildung, hebt die Wichtigkeit der Studie für die Partizipation junger Menschen hervor.
Die Studie wird wissenschaftlich vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) begleitet, das bereits 2017 eine Vorgängerstudie durchgeführt hat. Das DJI ist eines der größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitute in Europa und hat sich seit über 60 Jahren der Erforschung der Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien verschrieben. Die neue Erhebung ermöglicht einen direkten Vergleich zu den Ergebnissen von 2017 und wird verschiedene Aspekte des Lebens junger Menschen beleuchten.
Themen und Methoden der Befragung
Die Fokusfragen der Studie umfassen Veränderungen der Lebenslagen, aktuelle Themen und Wünsche, sowie Herausforderungen in den Bereichen psychische Belastungen, Mobbing, soziale Isolation, Mobilität und Engagement. Um ein umfassendes Bild zu erhalten, werden verschiedene Methoden zur Datenerhebung eingesetzt. Dazu gehören Gespräche mit Fachkräften, Diskussionsrunden mit Jugendlichen und eine standardisierte Befragung.
Einbindung spielt eine zentrale Rolle: 56 Schulen im Saalekreis werden aktiv in die Studie einbezogen, und es sind auch begleitete Gruppenbefragungen in ausgewählten Grundschulen geplant. Die Onlinebefragung für die Klassen 5 bis 10 wird über einen QR-Code zugänglich sein. Zusätzlich werden über 6.000 junge Erwachsene im Alter von 17 bis 27 Jahren postalisch zur Teilnahme an der Onlinebefragung eingeladen. Ein Anreiz für die Teilnahme ist die Verlosung eines iPhones für die Teilnehmenden.
Bedeutung der Teilnahme
Die Beteiligung der jungen Menschen ist entscheidend für die Aussagekraft der Ergebnisse. Es wird ein Aufruf zur Teilnahme an der Onlinebefragung ausgesprochen, wobei auch die Unterstützung durch Eltern erbeten wird. Die Ergebnisse der Studie werden in die zukünftige Jugendhilfeplanung des Landkreises einfließen und könnten somit entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung von Hilfsangeboten und Programmen haben.
Die Relevanz solcher Studien wird durch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten unterstrichen, die sich mit der Partizipation von Kindern und Jugendlichen beschäftigen. So hat die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) bereits 2018 ein Positionspapier zur Partizipation in der Kinder- und Jugendarbeit veröffentlicht. Auch der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2025 wird wertvolle Informationen zur aktuellen Situation liefern. Die Studien zeigen auf, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig in Entscheidungsprozesse einzubinden und ihre Stimmen zu hören. Dies ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine Grundlage für eine funktionierende Demokratie.
Für weitere Informationen zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen siehe auch die ausführlichen Analysen des Deutschen Jugendinstituts.