Heute ist der 12.06.2026, und es gibt besorgniserregende Nachrichten aus Sachsen-Anhalt. Drei Monate vor der Landtagswahl äußern Migrantenorganisationen tiefgreifende Sorgen um ihre Zukunft. Undra Dreßler, die Geschäftsführerin des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen, spricht von einer wachsenden Angst unter Menschen mit Migrationsgeschichte. Die Frage, die viele beschäftigt, ist: Haben wir hier in Sachsen-Anhalt eine sichere Zukunft? Ein eindringlicher Appell an die Wähler wird laut, für Menschenwürde, Demokratie und eine weltoffene Gesellschaft zu stimmen. Es ist ein Aufruf, der gerade in Zeiten, in denen der Verfassungsschutz vor dem Aufstieg des Rechtsextremismus warnt, besonders relevant ist. Die AfD führt in den Umfragen und plant signifikante Veränderungen in der Migrationspolitik. Das lässt viele Migranten überlegen, ob ein Wegzug aus Sachsen-Anhalt nicht die bessere Option wäre – etwa 80 Prozent der Befragten denken ernsthaft darüber nach.

Dreßler hebt hervor, dass das Problem nicht die Zuwanderung, sondern die Abwanderung sei. Diese Abwanderung hat bereits Auswirkungen auf die Infrastruktur des Bundeslandes. Schulen, Kitas, Arztpraxen und Betriebe schließen aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahlen. Mathias Schönenberger von der IHK Magdeburg betont, wie wichtig qualifizierte Zuwanderung für die wirtschaftliche Stabilität ist. Tatsächlich werden 14 Prozent aller Ausbildungsverträge im IHK-Bezirk mit ausländischen Menschen geschlossen. Daniel Kubiak, ein Soziologe, bringt auf den Punkt, dass es entscheidend ist, gut ausgebildete Fachkräfte zu halten und die gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern. In Sachsen-Anhalt leben rund 220.000 Menschen mit Migrationsbiografien, die einen wertvollen Teil der Gesellschaft ausmachen.

Rechtsextremismus: Ein wachsendes Problem

Der aktuelle Verfassungsschutzbericht zeigt, dass Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt ein ernsthaftes Problem darstellt. Ende 2022 waren 1.270 Personen der rechtsextremistischen Szene zuzurechnen. Diese Ideologien sind kein einheitliches Gefüge, sondern treten in verschiedenen Formen auf – nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Natur. Die zugrunde liegende Auffassung, dass die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Rasse den Wert eines Menschen bestimmt, steht im krassen Widerspruch zum Grundgesetz, das die Menschenwürde in den Mittelpunkt stellt. Etwa die Hälfte des rechtsextremistischen Personenpotenzials wird als gewaltbereit eingestuft, was die Situation noch bedrohlicher macht.

David Begrich, ein Rechtsextremismus-Experte, hebt in einem Interview die signifikante Veränderung des politischen Klimas seit Angela Merkels berühmtem „Wir schaffen das“ von 2015 hervor. In Sachsen-Anhalt erzielt die AfD mittlerweile etwa 30 Prozent der Stimmen, und bis zu 20 Prozent der Wähler stimmen inhaltlich mit der Partei überein. Es ist alarmierend, dass rechtsextreme Einstellungen in der Öffentlichkeit legitimer geworden sind und eine größere Reichweite erlangt haben. Diese Ansichten sind nicht mehr nur am Rand der Gesellschaft zu finden – sie haben ihren Platz in der Mitte gefunden.

Die demografischen Veränderungen im ländlichen Raum verstärken die Probleme. Immer weniger Frauen und junge Menschen sind dort, während viele mittelalte Männer sich als Verlierer der Modernisierung fühlen. Die Corona-Pandemie hat zusätzlich Unsicherheiten verstärkt und die Erwartungen an eine Rückkehr zur Normalität enttäuscht. Begrich spricht von einer Fragmentierung der Gesellschaft und einer Konkurrenz um Sichtbarkeit, die es zu überwinden gilt. Die Medien spielen hierbei eine tragende Rolle – sie müssen darauf achten, rechtsextreme Aussagen nicht unwidersprochen zu verbreiten. Es ist eine Herausforderung für die Politik, den Menschen Sicherheit zu vermitteln, ohne in die Irre zu führen.

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In dieser angespannten Lage steht die Landesregierung in der Verantwortung, mehr Engagement gegen Rassismus an Schulen zu fordern. Olga Ebert vom Förderverein der Deutschen aus Russland drängt auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit migrantischen Organisationen, um die Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Rund 120 Organisationen und Einzelpersonen sind im Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt vertreten – ihre Stimmen sind wichtiger denn je.

Für Sachsen-Anhalt – und darüber hinaus – sind die kommenden Monate entscheidend. Die Wahlen, die Sorgen der Migranten und die stetig wachsende Bedrohung durch Rechtsextremismus müssen in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Wähler sich für eine weltoffene und gerechte Gesellschaft entscheiden.

Für weitere Informationen und Hintergründe zu den Sorgen der Migranten in Sachsen-Anhalt besuchen Sie bitte diese Seite.

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