Heute ist der 2.05.2026 und in Sachsen-Anhalt wird die politische Landschaft immer spannender. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich mit einer aggressiven Strategie auf die bevorstehenden Landtagswahlen im September vorbereitet. Direktkontakt zu den Bürgern – das ist das Motto, mit dem die Partei in Städten wie Magdeburg, Bitterfeld und Naumburg unterwegs ist. Infostände, Demonstrationen und Bürgerdialoge sind nur einige der Maßnahmen, die die AfD ergreift, um ihre Wähler zu mobilisieren. Laut aktuellen Umfragen genießt die Partei etwa 38 Prozent Zustimmung, was sie in eine starke Position bringt – mehr als zehn Prozentpunkte vor der CDU. Politikwissenschaftler Benjamin Höhne hat beobachtet, dass die AfD trotz geringerer Mitgliederzahlen eine bemerkenswerte Mobilisierungsfähigkeit zeigt.
Besonders auffällig ist der Fokus der AfD auf Sachsen-Anhalt, wo sie erstmals die Möglichkeit hat, ein Bundesland zu regieren. Ulrich Siegmund, der Spitzenkandidat der Partei, plant einen Wahlkampf mit einem Budget von 1,4 Millionen Euro und inszeniert sich als populäre Figur. Am 1. Mai veranstaltete die ESN-Partei, zu der die AfD gehört, ein Familienfest in Schönebeck, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen. Die Reaktionen der anderen Parteien sind gemischt. Während sich SPD und CDU gelassen zeigen, äußern sie in vertraulichen Gesprächen Besorgnis über den Zuspruch, den die AfD erhält. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze fordert mehr Präsenz seiner Partei auf Marktplätzen und in Vereinen, während die Linke Haustürgespräche plant und die Grünen mit dem Motto „Zeit, dass dich wer hört“ auf Stimmenfang gehen.
Radikale Pläne der AfD
Die AfD hat ein ambitioniertes 156-seitiges „Regierungsprogramm“ vorgestellt, das radikale Pläne beinhaltet. Besonders im Bereich Schulbildung will die Partei durchgreifen: Lehrer sollen politisch neutral sein, Regenbogenflaggen an Schulen sollen verboten werden, und an jedem Schultag soll die Bundesflagge gehisst werden. Zudem soll das gemeinsame Singen der Nationalhymne etabliert werden. Der bildungspolitische Sprecher der AfD, Hans-Thomas Tillschneider, betont, dass auch die Geschichtslehrpläne überarbeitet werden sollen, mit Fokus auf die „Erfolgsgeschichte“ des Staates. Diese Maßnahmen zeigen, wie weit die AfD bereit ist zu gehen, um ihre Ideologie zu verbreiten.
Im Bereich Sicherheit hat die AfD ebenfalls große Pläne. Die Polizei soll gestärkt werden, und es wird eine freiwillige Bürgerwacht angestrebt, die von Oliver Kirchner, dem Fraktionsvorsitzenden der AfD in Sachsen-Anhalt, als eine Art Hilfspolizei beschrieben wird. Jochen Kopelke, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, hat jedoch Bedenken geäußert und warnt vor den Folgen einer solchen Bürgerwacht. Das Thema Einwanderung und Remigration steht ebenfalls ganz oben auf der Agenda, mit Forderungen nach einer „Abschiebeoffensive“. Ulrich Siegmund hat den Verfassungsschutz als politisch motiviert bezeichnet und plant, den Präsidenten des Verfassungsschutzes neu zu bestimmen.
Rechtsextremismus als Herausforderung
Die Entwicklungen um die AfD sind besorgniserregend. Seit 2023 wird die Partei vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ beobachtet. Rechtsextremismus stellt eine fortlaufende Gefahr für die Demokratie in Deutschland dar. Die Angebotsstrukturen des Rechtsextremismus zeigen stabile ideologische Grundmuster, die sich jedoch je nach gesellschaftlichem Kontext verändern. Auch die AfD hat sich als ein stabiler Akteur im Rechtsextremismus etabliert, indem sie populistische Ansätze nutzt, um extrem rechte Positionen in breitere gesellschaftliche Diskurse zu integrieren.
Die AfD ist seit 2021 als „rechtsextremistischer Verdachtsfall“ eingestuft und wurde 2025 als „gesichert rechtsextremistisch“ klassifiziert. Dies führt zu einer erheblichen politischen Debatte und Unruhe, besonders in einem Bundesland, in dem die AfD möglicherweise die Regierung übernehmen könnte. Die anstehenden Wahlen im September werden nicht nur über das Schicksal der AfD entscheiden, sondern auch über die gesamte politische Ausrichtung Sachsen-Anhalts und darüber hinaus.