Thiemann Parfümeriekette leitet Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung ein
Heute ist der 7.06.2026, und es gibt Neuigkeiten aus Bautzen, die für die Region und darüber hinaus von Bedeutung sind. Die Parfümeriekette Thiemann, die sich als größte inhabergeführte Kette Ostdeutschlands einen Namen gemacht hat, hat ein Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Ein Schritt, der einige Fragen aufwirft und für die Angestellten sowie die Kunden von Bedeutung ist.
Thiemann betreibt insgesamt 13 Filialen in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Dazu gehört auch ein Online-Shop, der weiterhin für die Kunden verfügbar bleibt. Trotz der Insolvenz bleiben alle Geschäfte, einschließlich Beratung, Serviceangebote und Kundenprogramme, vorerst geöffnet. Es gibt also keinen Grund zur Panik – zumindest nicht sofort. Die Geschäftsführer prüfen jedoch derzeit die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Standorte, und es könnte sein, dass zwischen 60 und 70 Arbeitsplätze betroffen sind. Konkrete Entscheidungen über mögliche Schließungen stehen noch aus, was ein wenig Hoffnung gibt.
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie
Die Betreiberfamilie Thiemann sieht die Corona-Pandemie als Hauptursache für die finanzielle Misere. Während der Lockdowns brachen die Umsätze dramatisch ein, während Mieten und Gehälter weiter gezahlt werden mussten. Um die laufenden Kosten zu decken, war das Unternehmen gezwungen, Kredite aufzunehmen, was die finanzielle Lage noch komplizierter machte. Vor der Pandemie war Thiemann auf einem stabilen Kurs und nahezu schuldenfrei, doch die nachfolgenden Probleme sind nicht nur auf Corona zurückzuführen. Die sinkenden Besucherzahlen in Einkaufszentren, steigende Leerstände und die allgemein erhöhten Kosten belasten den stationären Handel enorm.
Die Filialen in Städten wie Görlitz, Dresden, Leipzig und Cottbus haben nach der Pandemie nicht mehr die früheren Kundenströme erreicht. Während die Mieten steigen, bleibt der Umsatz oft hinter den Erwartungen zurück. Die Unternehmensleitung hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, wirtschaftlich tragfähige Bereiche zu stärken und die langfristige Zukunft der Kette zu sichern. Dies könnte bedeuten, dass eine grundlegende Neuordnung ansteht, aber keine Geschäftsaufgabe. Ein Lichtblick in diesen herausfordernden Zeiten!
Ein Blick auf die Insolvenzstatistiken
Unternehmensinsolvenzen, wie sie Thiemann nun betrifft, haben weitreichende Folgen. Sie betreffen nicht nur die betroffenen Unternehmen, sondern auch die Arbeitsplätze und Lieferketten. Interessanterweise sind rund 80 % der insolventen Unternehmen Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten. Großinsolvenzen, wie im Fall von Thiemann, sind zwar seltener, machen aber einen bedeutenden wirtschaftlichen Effekt aus. Die GmbH ist dabei die am häufigsten betroffene Rechtsform, gefolgt von Einzelunternehmen.
Die aktuelle Situation zeigt, dass selbst etablierte Mittelständler wie Thiemann unter dem Druck veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen leiden. Die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern hat sich seit 2022 fast verdoppelt. Das spricht Bände über die Herausforderungen, denen viele Firmen gegenüberstehen. Thiemann ist hier nur ein Beispiel von vielen, aber es bleibt zu hoffen, dass die Restrukturierungsmaßnahmen das Unternehmen wieder auf den richtigen Kurs bringen können.
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