In Chemnitz wird heute, am 28. Mai 2026, eine besondere Ausstellung eröffnet, die sich mit der Geschichte von Lola und David Leder beschäftigt. Das Museum hat sich auf die Spurensuche begeben, um zu klären, ob ein Kunstwerk im Museum rechtmäßig verortet ist oder ob es der Nachfahrin Bettina Leder aus Berlin gehört. Diese ist auf der Suche nach ihren Wurzeln und äußert, dass sie sich „nicht richtig verwurzelt“ fühlt. Ihre Eltern, insbesondere ihr Vater Stephan Hermlin, der als Rudolf Leder geboren wurde, haben ihr nur wenig über die Familiengeschichte erzählt. Die Elterngeneration war in der Tat mit der Verarbeitung ihrer eigenen Geschichte beschäftigt, was verständlich ist, wenn man die Zeit und die Umstände bedenkt.

Die Ausstellung mit dem Titel „Eine unvollendete Geschichte“ wird am Theaterplatz eröffnet und fokussiert sich auf das Netzwerk jüdischer Sammler:innen. Ein zentrales Werk ist das Porträt von David Leder, das 1920 von Gustav Schaffer in Chemnitz gemalt wurde. In der Ausstellung werden auch Werke von anderen namhaften Künstler:innen wie Max Liebermann, Lucie Rochenberg und Oskar Kokoschka präsentiert. Die Lebensgeschichte von Lola und David Leder, die von Verfolgung und Verlust geprägt ist, wird hier lebendig gemacht.

Erinnerung und Provenienzforschung

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Ausstellung ist die Zusammenarbeit mit den Nachfahren der Familie Leder zur Provenienzfrage: Wem gehört das Bild? Diese Frage ist nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine emotionale. Die Kunstsammlung von Lola und David Leder ist weitgehend verloren, und das Museum möchte mit dieser Ausstellung einen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer von Verfolgung und Enteignung leisten. Es ist beeindruckend, wie Kunst und Geschichte miteinander verknüpft werden, um menschliche Schicksale sichtbar zu machen. Die Herkunft von Kunstwerken wird hier ebenso thematisiert wie die Eigentumsverhältnisse, die oft in einem Schatten von Ungerechtigkeit stehen.

Die Ausstellung ist Teil von TACHELES 2026, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen, und zeigt, wie deutsche Kultureinrichtungen sich langfristig mit den Folgen des nationalsozialistischen Kunstraubs beschäftigen. Die Provenienzforschung, die am Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin angesiedelt ist, verfolgt die Wege von Kunstwerken und ist grundlegend für Rückgaben von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut. Es ist eine wichtige Aufgabe, die Geschichten verfolgter Menschen aufzudecken und ihr Andenken ins kollektive Gedächtnis zurückzuholen.

In Chemnitz wird mit dieser Ausstellung ein Stück Geschichte lebendig, das nicht nur die Vergangenheit reflektiert, sondern auch einen Blick in die Zukunft ermöglicht, indem es zur Sensibilisierung für das Unrecht der Vergangenheit beiträgt. Das muss man einfach gesehen haben!

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