Heute ist der 23.04.2026 und im Duisburger Zoo hat ein spannender Austausch stattgefunden: Das Koalaweibchen „Kiri“ wurde aus dem Zoo Dresden übernommen. Dieses Ereignis ist Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Koalas, das darauf abzielt, die gefährdete Art zu bewahren. Im Gegenzug wird das im Duisburg geborene Koalamännchen Kamaroo nach Dresden abgegeben, wo es zur weiteren Zucht eingesetzt wird. Der Austausch zwischen den Zoos ist ein wichtiger Schritt für die Erhaltung der Koalas, die aufgrund von Lebensraumverlust, Klimafolgen und Buschbränden in Australien stark gefährdet sind. Die Zusammenarbeit der Zoos ist entscheidend für die internationalen Erhaltungsmaßnahmen, die durch koordinierte Zuchtprogramme und Forschung unterstützt werden.
Nachdem Kiri in Duisburg angekommen ist, wird sie zunächst in einem abgetrennten Bereich untergebracht, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Schritt für Schritt wird sie für die Besucher sichtbar gemacht. Ein Pfleger aus Dresden begleitet den Transport und die Eingewöhnungsphase von Kiri, was die Bindung zwischen Mensch und Tier stärkt. Der Abschied von Kamaroo fällt dem Team in Duisburg schwer, da er sich zu einem charakterstarken Tier entwickelt hat.
Einzigartige Koala-Nachwuchsprojekte in Duisburg
Besonders bemerkenswert ist, dass der Zoo Duisburg nicht nur Kiri und Kamaroo beherbergt, sondern auch eine Reihe von Koalakindern aufzieht. Vor neun Monaten filmte der Tierpfleger Mario Chindemi die Geburt eines Koalas, der nach 32 Tagen Schwangerschaft geboren wurde. Das Neugeborene war rosa, haarlos und etwa 2 cm groß. Heute, neun Monate später, ist das Jungtier bereits flauschig und knabbert eifrig am Eukalyptus. Chindemi wiegt das Jungtier mehrmals pro Woche zusammen mit einem Stoffkoala, um die Gewichtsdaten für die Entwicklung und den Gesundheitszustand zu dokumentieren.
Zusätzlich wird das Weibchen Yiribana im Zoo Duisburg ein weiteres Koalakind aufziehen, das am 02.12.2021 geboren wurde. Duisburg ist bekannt für die gleichzeitige Beobachtung mehrerer Koalakinder, was in Deutschland und Europa einzigartig ist. Beide Koalakinder haben noch keinen Namen; die Namensgebung erfolgt in der Sprache der australischen Ureinwohner. Jeden Mittwoch und Sonntag werden die Koalas im Zoo öffentlich gewogen, was den Besuchern die Möglichkeit gibt, aktiv am Geschehen teilzuhaben.
Die Rolle der Zoos im Naturschutz
Moderne Zoos übernehmen eine zentrale Rolle im Naturschutz, insbesondere in der Zucht und Pflege bedrohter Tierarten. Grundlage dieser Bemühungen sind die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEPs), die vom Europäischen Zooverband EAZA koordiniert werden. Derzeit gibt es EEP-Programme für über 400 Tierarten, und die Anzahl der verwalteten Arten steigt stetig an. Die teilnehmenden Zoos verpflichten sich, ihren Tierbestand zu managen und Daten über ihre Tiere zu sammeln, was eine sorgfältige Fortpflanzungsplanung zur Vermeidung von Inzucht erforderlich macht.
Der Austausch von Tieren zwischen Zoos, wie es im Fall von Kiri und Kamaroo geschieht, ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Programme. Er dient nicht nur der genetischen Vielfalt, sondern auch der langfristigen Erhaltung der gefährdeten Arten. Die engagierte Arbeit der Zoos in Europa ist somit ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Tierhaltung und Artenerhaltung.