Am Montag, den 18. Mai 2026, geschah in Görlitz, genauer gesagt in der James-von-Moltke-Straße, eine Tragödie, die die Stadt in tiefe Trauer stürzte. Gegen 17:30 Uhr, als die Sonne langsam unterging, hörten Anwohner ein unheilvolles Geräusch und sahen, wie ein Mehrfamilienhaus, eine sanierte Gründerzeitimmobilie mit Miet- und Ferienwohnungen, in sich zusammenbrach. Mehrere Notrufe gingen bei der Polizei ein. Die Sorgen der Menschen waren sofort greifbar. Unter den Trümmern wurden drei Personen vermisst, darunter zwei Frauen und ein Mann.
Die Bergungsarbeiten, die am Dienstag, den 19. Mai, begannen, waren alles andere als einfach. Ausströmendes Gas machte die Situation zusätzlich gefährlich. Die Einsatzkräfte mussten vorsichtig vorgehen, der Schutt musste von Hand abgetragen werden, um weitere Erschütterungen zu vermeiden. Laut Josephine Hartmann von der Rettungshundestaffel Ost war die Struktur der Trümmer äußerst problematisch, da sie nur wenige Hohlräume aufwies. Erst am Mittwoch, den 20. Mai, konnte die Gasgefahr gebannt werden, nachdem die Stadtwerke die Gaszufuhr im betroffenen Gebiet unterbrochen hatten.
Die traurige Bilanz
Am Donnerstag, den 21. Mai, wurde das Unvermeidliche wahr: die Leichen der drei Vermissten wurden geborgen. Eine der Frauen fand man in der Nacht, die beiden anderen wurden tagsüber aus den Trümmern geholt. Die Polizei begann am Freitag, den 22. Mai, Ermittlungen zur Ursache des Einsturzes. Es wird bereits spekuliert, ob eine Gasexplosion der Auslöser sein könnte. Die Stadtverwaltung nahm sich der Angehörigen an, insbesondere der beiden jungen Frauen aus Rumänien, die unter den Trümmern vermutet wurden. Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) versuchte, Trost zu spenden und die Bergungsarbeiten zu erläutern. Vor Ort wurde sogar ein Zelt für die Angehörigen aufgebaut, die in dieser schweren Zeit Nähe suchten.
Am Samstag, den 23. Mai, waren die Auswirkungen des Unglücks deutlich zu spüren. 18 Gebäude hatten keine Gasversorgung mehr, während neun bereits wieder angeschlossen werden konnten. Ein Wettlauf gegen die Zeit, wie die Polizei es nannte, war im Gange. Die Einsatzkräfte, eine dreistellige Zahl, arbeiteten unermüdlich, um möglichst schnell Klarheit zu schaffen. Ein Gefühl der Anspannung lag in der Luft, denn die „magische 72-Stunden-Grenze“ rückte näher.
Herausforderungen für die Einsatzkräfte
Die Situation stellte besondere Herausforderungen für die Einsatzkräfte dar. Einsatztaktisches Vorgehen nach Gebäudeschäden und -einstürzen erfordert eine präzise Planung und klare Kommunikation. Dabei kommt es auf das richtige Vorgehen in fünf Phasen an: Erkundung, Absuchen, Durchforschen, Eindringen und Beräumen. Die Erkundung ist entscheidend für die Einsatzplanung und Lagefeststellung. Trümmerschatten, also der Bereich, in dem bei einem weiteren Einsturz mit Trümmerteilen zu rechnen ist, muss berücksichtigt werden.
Die Einsatzkräfte, die von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk (THW) bis hin zu Energieversorgern kommen, müssen ständig die Gefahrenlage neu bewerten. Die Methoden der Ortung, sei es durch Rettungshunde oder technische Hilfsmittel, sind während des gesamten Einsatzes von zentraler Bedeutung. Wichtig ist auch, dass Sicherheitsassistenten die Einsatzleitung in sicherheitsrelevanten Aspekten beraten.
Die Geschehnisse in Görlitz sind ein tragisches Beispiel dafür, wie schnell sich das Leben verändern kann. Die Hoffnung, dass alle Betroffenen gefunden werden, bleibt bestehen. Die Gedanken sind bei den Angehörigen und der gesamten Stadt, die sich in diesen schweren Stunden gegenseitig stützt.
