Die Hitzewelle Ende Juni hat in Sachsen für eine alarmierende Situation gesorgt. Hunderte verletzte Jungvögel, vor allem Mauersegler, sind die traurige Folge. In Bad Elster betreibt Corinna Heinrich eine Vogel- und Igelpflegestation, die mittlerweile überfüllt ist. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit für die kleinen Geschöpfe, die unter der extremen Hitze leiden. Viele Wildtierpflegestationen in Deutschland sind voll oder stehen kurz vor einem Aufnahmestopp. Die Pflege der Tiere, so wichtig sie auch ist, erfordert enorm viel Zeit und Mühe. Viele Helfer können das durch Beruf und Familie nicht mehr stemmen.

Karsten Peterlein von der Wildvogelhilfe Leipzig berichtete von über 500 Meldungen zu Mauerseglerküken während der Hitzewelle. Nur 76 dieser Tiere konnten aufgenommen werden, viele mussten jedoch abgewiesen werden. Das ist eine bittere Realität, denn die Aufzucht eines Mauerseglers kostet etwa 50 Euro an Futter. Es gibt keine dauerhafte staatliche Förderung für Wildtierpflegestationen in Sachsen, was die Situation noch verschärft. René Sievert vom Naturschutzbund Sachsen (Nabu) hebt hervor, wie schwierig es ist, Kontakt zu den zuständigen Behörden aufzunehmen. Der Nabu bemüht sich um Aufklärung und Information zur Wildtierhilfe und hat eine Wildtier-SOS-App entwickelt. Diese hilft dabei, einzuschätzen, ob ein Tier Hilfe benötigt.

Die Not der Jungvögel

Hohe Temperaturen über 30 Grad sind besonders für junge Mauersegler und Schwalben problematisch. Diese Vogelarten brüten an Gebäuden, und ihre Nester können Temperaturen von bis zu 100 Grad erreichen. Wenn die Hitze zu intensiv wird, flüchten die Jungvögel aus ihren überhitzten Nestern, was oft tödlich endet. Nach dem Verlassen des Nests erhalten sie keine elterliche Fürsorge mehr. Wenn jemand einen hilflosen Jungvogel findet, sind Erste-Hilfe-Maßnahmen gefragt. Der Jungvogel sollte in einen mit Küchenpapier ausgepolsterten, dunklen Pappkarton mit Luftschlitzen gesetzt werden. Es muss darauf geachtet werden, dass der Karton an einem kühlen, ruhigen Ort steht.

Regelmäßige Entfernung von Kot ist wichtig, um das Gefieder sauber zu halten. Alle zwei Stunden sollte der Schnabel mit einem Tropfen Wasser benetzt werden – aber bitte nicht direkt eingeben. Und die Fütterung? Die muss stündlich mit geeigneten Futtertieren wie kleinen Heimchen oder Grillen erfolgen, denn die Vögel können sich nicht selbstständig ernähren. Auch andere Vogelarten benötigen Unterstützung, da natürliche Wasserquellen ausgetrocknet sind. Vogeltränken im Garten oder auf dem Balkon können hier Abhilfe schaffen.

Die Herausforderungen der Helfer

Emotionale Belastung ist für viele Helfer Teil des Alltags. Tobias Rietzsch von der Wildtierauffangstation in Rödlitz kann aus gesundheitlichen Gründen keine Tiere mehr aufnehmen, erhält aber weiterhin Anfragen. Das ist frustrierend, denn das Netzwerk Wildtierhilfe Sachsen, das gegründet wurde, um Pflegestellen, Tierärzte und Behörden zu vernetzen, hat rund 150 Mitglieder und bietet Fortbildungen und Seminare für Helfer an. Diese Unterstützung ist dringend nötig, denn die Aufzucht junger Mauersegler ist zeitintensiv und anspruchsvoll. In Berlin beispielsweise gibt es nur wenige spezialisierte Pflegestellen für Mauersegler, was die Vermittlung kompliziert macht.

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Mit den hohen Temperaturen, die für den Sommer 2026 prognostiziert werden, ist zu rechnen, dass das Problem der verletzten Jungvögel erneut akut werden könnte. Insbesondere am Wochenende des 27. und 28. Juni werden Temperaturen von bis zu 37–40 °C in Berlin erwartet. Diese extreme Hitze könnte die Nistplätze der Mauersegler überhitzen und zu vermehrten Funden von jungen Vögeln am Boden führen, die dringend Hilfe benötigen. Es bleibt also zu hoffen, dass die Gemeinschaft weiterhin zusammenhält und die notwendigen Ressourcen bereitstellt, um diesen Tieren zu helfen. Weitere Informationen zum Umgang mit Fundvögeln sind auf den jeweiligen Webseiten verfügbar, doch die Herausforderungen für die Helfer bleiben groß.

Details zu den genannten Herausforderungen und Hilfsangeboten sind in einem Artikel auf welt.de zu finden. Auch der LBV stellt hilfreiche Tipps zur Verfügung. Wer helfen möchte, sollte sich über die verschiedenen Organisationen und deren Angebote informieren.

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