Heute ist der 26.04.2026 und in Leipzig stehen spannende Veränderungen an: Zum kommenden Schuljahr 2026/27 werden fünf Schulen in der Stadt umbenannt. Diese Entscheidung soll nicht nur die Verbundenheit der Schulen mit ihren Stadtteilen verdeutlichen, sondern auch die pädagogische Arbeit nachhaltig prägen. Die neuen Namen sind eng mit bedeutenden Persönlichkeiten und Orten der Stadt verbunden und sollen die Identität der Schulen stärken.

Die 8. Schule in Dölitz-Dösen wird künftig „Schule am Agra-Park – Grundschule der Stadt Leipzig“ heißen. Der Agra-Park ist ein wichtiger Teil des Lebensumfeldes der Kinder, der auf dem Schulweg, bei Ausflügen und als außerschulischer Lernort genutzt wird. Ziel der Namenswahl ist es, nachhaltiges und lokal orientiertes Lernen zu betonen. Diese Idee ist besonders relevant, da die Verwurzelung im Stadtteil durch den neuen Namen sichtbar gemacht werden soll.

Namensänderungen für mehr Identität

Die 46. Schule in Neulindenau wird ab dem neuen Schuljahr „Käte-Duncker-Schule – Grundschule der Stadt Leipzig“ heißen. Diese Schule hat über 400 Schülerinnen und Schüler, von denen fast die Hälfte einen Migrationshintergrund hat. Der Name erinnert an Käte Duncker, eine Reformpädagogin und Kämpferin für Bildungsgerechtigkeit, die sich für gleiche Chancen für alle Kinder unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialem Status einsetzte.

In Reudnitz-Thonberg wird die Schule am Barnet-Licht-Platz in „Barnet-Licht-Schule – Oberschule der Stadt Leipzig“ umbenannt. Barnet Licht, der von 1874 bis 1951 lebte, war Dirigent und Musikpädagoge, der sich leidenschaftlich für den Zugang zu Musik und Bildung für alle einsetzte. Diese Schule kooperiert bereits mit der Musikschule und der jüdischen Gemeinde, um Toleranz und gegenseitiges Verständnis durch Musik zu fördern.

Ein Blick auf die Geschichte

Die Schule Hainbuchenstraße in Paunsdorf wird ab dem Schuljahr 2024/25 „Alwine-Winter-Schule – Oberschule der Stadt Leipzig“ heißen. Alwine Winter war eine bedeutende Bildungs- und Frauenrechtlerin. Die Schule verfolgt ein integratives und individuelles Lernkonzept, das soziale Verantwortung in den Fokus stellt und somit den Werten von Winter gerecht wird. Rund 211 Kinder und Jugendliche werden dort lernen.

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Das Gymnasium am Campus der Quartiersschule Ihmelsstraße wird in „Hope-Adams-Schule – Gymnasium der Quartiersschulen der Stadt Leipzig“ umbenannt. Hope Bridges Adams Lehmann war eine der ersten approbierten Ärztinnen Deutschlands und hat sich für Bildung, Gleichberechtigung und Teilhabe eingesetzt. Der neue Name soll auch dazu beitragen, lokale Geschichte sichtbar zu machen.

Hintergründe und Ausblick

Diese Namensänderungen sind Teil eines größeren Plans, bei dem Schulen in Leipzig identitätsstiftende Namen finden sollen, die sich in ihrer pädagogischen Arbeit widerspiegeln. Die Verwaltungsvorlage mit den fünf Namensänderungen hat bereits die Dienstberatung des Oberbürgermeisters passiert. Voraussichtlich wird die Ratsversammlung im Mai 2026 über die endgültige Genehmigung der Namensänderungen entscheiden.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Reformpädagogik, die durch Personen wie Käte Duncker und Alwine Winter geprägt wurde, in vielen Schulen auch heute noch eine wichtige Rolle spielt. An der Humboldt-Universität Berlin wird in der Abteilung für Allgemeine Erziehungswissenschaft und im Archiv für Reformpädagogik intensiv geforscht und gelehrt. Dort werden rund 24.000 Dokumente verwaltet, die die Geschichte und Theorie der Reformpädagogik betreffen. Die Bestände umfassen Originaldokumente aus Nachlässen sowie Kopien aus anderen Archiven, die das Wissen über diese bedeutende Bildungsbewegung bewahren und weitergeben.

Die bevorstehenden Namensänderungen in Leipzig sind somit nicht nur eine Erneuerung der schulischen Identität, sondern auch ein Schritt zur Förderung von Werten, die für die Gesellschaft von großer Bedeutung sind. Sie zeigen, wie wichtig es ist, Bildungsgerechtigkeit und individuelle Förderung in den Mittelpunkt zu stellen.