Meißen. Ein alarmierender Zustand! Die Fußgängerbrücke über die Elbe, die 2008 zuletzt saniert wurde, zeigt bereits nach kurzer Zeit gravierende Abnutzungserscheinungen. Die Baufirma Risse hatte ein spezielles Oberflächenschutzsystem aufgebracht, doch die obere Schicht platzt jetzt stellenweise ab. Während dies optisch ein Mangel ist, stellt sich die Frage: Wie sicher ist die Brücke wirklich?

Die Stadtverwaltung von Meißen hat die Brücke, die aus drei Teilbauwerken besteht, regelmäßig auf ihre Sicherheit geprüft. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Der erste Teil, der über die Elbe führt, erhielt nur die Note 2,8. Besonders alarmierend ist die Rampe zur Dresdner Straße, die mit einer 3,3 bewertet wurde und dringend saniert werden muss. Auf der anderen Seite, über die Bundesstraße 6, wurden ebenfalls nennenswerte Mängel festgestellt, die mit einer 3,0 bewertet wurden – ein Wert, der dem eingestürzten Strang der Carolabrücke im September entspricht.

Sanierung nach dem Jubiläumsjahr

Die Stadt ist sich der Problematik bewusst und plant eine umfassende Sanierung der Brücke, die ausschließlich von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. Der Entwurf für die Sanierung wurde bereits 2023 im Stadtrat diskutiert. Doch die Genehmigungsplanung, die auch die Deutsche Bahn einbezieht, könnte mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die Sanierungsarbeiten selbst werden voraussichtlich anderthalb Jahre dauern, was massive Einschränkungen für die Nutzer zur Folge haben wird. Daher plant die Stadt, mit den Arbeiten bis nach 2029 zu warten, wenn Meißen sein 1.100-jähriges Bestehen feiert.

Die Stadtverwaltung gibt jedoch Entwarnung bezüglich der trichterförmigen Spalten, die über die Brücke verlaufen. Diese sind bauwerkstypische Raum- oder Dehnungsfugen, die im Abstand von acht Metern auftreten und keine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen. Die Querrisse sind kleiner als 0,2 Millimeter und wurden bei der Brückenprüfung nicht als schädlich eingestuft.

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