In Sachsen wird zurzeit ein spannendes Projekt vorangetrieben, das sich mit dem Schutz der Feldhamster befasst – einem Tier, das in Deutschland als „vom Aussterben bedroht“ gilt. Dieses kleine Säugetier hat es nicht leicht, denn die Ursachen für seine Gefährdung sind vielfältig: Intensive Landwirtschaft und der Flächenverbrauch durch Bauprojekte setzen der Population enorm zu. Um dem entgegenzuwirken, wird beim Projekt zur Stabilisierung der Feldhamster-Population mit verschiedenen Institutionen zusammengearbeitet. Dazu gehören das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, der Zoo Leipzig sowie der Landkreis Nordsachsen. Die Tiere, die hier ausgewildert werden, stammen allesamt aus einer Erhaltungszucht und wurden auf speziell vorbereiteten Flächen ausgesetzt. In den letzten zwei Jahren konnten bereits 250 Feldhamster in die Freiheit entlassen werden.

Das Ziel dieses Unterfangens ist nicht nur die kurzfristige Stabilisierung der Population, sondern auch die langfristige Bestandsvergrößerung, trotz der Herausforderungen, die der Klimawandel und die trockenen Böden mit sich bringen. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit Landwirten eine zentrale Rolle, denn hamsterfreundliche Anbaumethoden könnten entscheidend sein für den Erhalt der Lebensräume dieser Tiere. Das gesamte Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2031 und wird mit rund 12 Millionen Euro unterstützt – 75% davon stammen von der Europäischen Union. Ein nicht unerheblicher Beitrag kommt auch vom Freistaat Sachsen und dem Zoo Leipzig.

Einheitlicher Schutz und Wissenschaftlichkeit

Doch das ist nicht alles! Ein weiteres spannendes Projekt, das unter dem Namen „Feldhamster4Future“ bekannt ist, zielt darauf ab, einen bundesweiten Leitfaden zum Schutz des Feldhamsters zu erarbeiten. Dieser Leitfaden wird nicht nur ex-situ-Zucht und Wiederansiedlung umfassen, sondern auch wissenschaftlich fundierte Methoden für die zukünftige Artenerhaltung definieren. Die Laufzeit dieses Projekts erstreckt sich von Oktober 2024 bis Ende 2025 und hat ein Finanzvolumen von über 188.000 Euro. Die Notwendigkeit für eine einheitliche Vorgehensweise ist klar, denn der aktuelle Erhaltungszustand der Feldhamster in Deutschland wird als ungünstig bis schlecht eingestuft.

In diesem Zusammenhang wird auch die Genetik von Wild- und Zuchtpopulationen eine Rolle spielen. Das heißt, dass nicht nur die Bestandszahlen, sondern auch die genetische Vielfalt der Feldhamster in den Fokus rücken. Das Ziel besteht darin, ein bundesweites Metapopulationsmanagement zu schaffen, um die langfristige Sicherung der Art zu gewährleisten. Hierbei werden die Ergebnisse mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Feldhamster beraten und veröffentlicht.

Kooperation und Monitoring

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kooperation mit Landwirten, die für die Bewirtschaftung der Lebensräume der Feldhamster verantwortlich sind. Der Schutz der Feldhamster-Populationen gestaltet sich schwierig, weil es oft an aktuellen Verbreitungsdaten mangelt. Umso wichtiger sind Projekte wie „Feldhamsterland“, das seit 2018 von der Deutschen Wildtier Stiftung koordiniert wird und im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert wird. Hier wurden bereits Leitlinien entwickelt, die helfen sollen, den Feldhamster und andere Bewohner der Feldflur vor dem Aussterben zu bewahren.

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Ein Expertenteam hat einen Leitfaden für effektiven und nachhaltigen Feldhamsterschutz erstellt, der auch Maßnahmen wie Ährenernte und Blühflächen umfasst. Diese müssen jedoch gezielt eingesetzt werden, um den Feldhamstern tatsächlich zu helfen. Um den Schutz der kleinen Nager zu sichern, ist zudem ein umfassendes Monitoring der Population und ihrer Lebensräume unerlässlich. Der Praxisleitfaden soll dabei Akteuren aus verschiedenen Bereichen – von der Politik über die Landwirtschaft bis zur Landschaftsplanung – helfen, informierte Entscheidungen zu treffen.