In Sachsen, genauer gesagt in Auerswalde im Landkreis Mittelsachsen, kam es jüngst zu einem erschütternden Vorfall. Während Mäharbeiten wurden elf Rehkitze auf einem Feld getötet. Die Tiere hatten sich im hohen Gras versteckt, um Schutz zu suchen. Leider war ihr Schicksal besiegelt, als ein Landwirt, trotz Warnungen eines Anwohners namens Nico Haberkorn, seine Maschinen nicht anhielt. Er hatte Haberkorn nicht gerade respektvoll behandelt – ein Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Betriebs ließ verlauten, dass es ihm „egal sei“, da er schließlich nur seine Arbeit mache. Das ist schon ein starkes Stück!
Die Polizei hat mittlerweile Ermittlungen eingeleitet, und zwar wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen unbekannt. Haberkorn selbst hat Strafanzeige gegen den Betrieb gestellt, um sicherzustellen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiert. Die verantwortliche Firma hat sich zwar nicht öffentlich geäußert, aber ein Telefonat mit einer Anwohnerin nach dem Vorfall wurde bestätigt. In solchen Situationen ist es besonders wichtig, dass die Stimmen der Anwohner Gehör finden.
Rechtslage und Verantwortung
Jährlich werden unzählige Rehkitze bei Mäharbeiten verletzt oder sogar getötet. Das ist nicht nur tragisch, sondern auch rechtlich problematisch. Landwirte sind laut dem Tierschutzgesetz verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um Jungtiere zu schützen, um Geld- und Freiheitsstrafen zu vermeiden. Es ist sogar im Grundgesetz verankert, dass Tierschutz beachtet werden muss. Wenn ein Tier ohne vernünftigen Grund getötet wird, kann das erhebliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Und das ist nicht nur eine theoretische Überlegung – die Strafen können bis zu drei Jahren Freiheitsentzug oder hohe Geldstrafen betragen!
Das Problem wird durch klimatische Veränderungen verschärft, denn Rehe bringen ihre Jungen früher zur Welt, was die Mähzeiten vorverlegt. Rehkitze werden in Wiesen von ihren Müttern abgelegt und ducken sich bei Gefahr, was sie für Landwirte nur schwer sichtbar macht. Um solche Tragödien zu vermeiden, setzen viele Betriebe Wärmebildkameras ein, um Jungtiere rechtzeitig zu erkennen. Das sollte eigentlich Standard sein – schließlich hat jeder ein Interesse daran, dass Tiere nicht unnötig leiden.
Praktische Maßnahmen zur Kitzrettung
Die Verantwortung liegt in erster Linie beim Landwirt, auch wenn er einen Lohnunternehmer beauftragt hat. Er muss alle zumutbaren Vorsorgemaßnahmen treffen, um das Ausmähen von Kitzen zu vermeiden. Dazu gehört auch, dass Vergrämungsmaßnahmen mindestens ein bis zwei Tage vor der Mahd durchgeführt werden. Der Jagdausübungsberechtigte sollte rechtzeitig informiert werden, um die Kitzsuche zu organisieren, und der Zeitraum zwischen Kitzsuche und Mahd sollte möglichst gering gehalten werden.
In diesem speziellen Fall wurde deutlich, dass es offensichtlich an der nötigen Sensibilität gefehlt hat. Es sind nicht nur die Rehkitze, die leiden, sondern auch die Menschen, die sich um ihr Wohlergehen kümmern. Die Meldung des Vorfalls hat nicht nur in der Region für Aufsehen gesorgt, sondern wirft auch Fragen über die Verantwortung von Landwirten auf. Die Diskussion um Tierschutz und landwirtschaftliche Praktiken wird wohl noch lange anhalten. Und das ist gut so, denn nur so können wir sicherstellen, dass solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden.
Für weitere Details zu diesem Vorfall können Sie auch die Berichterstattung auf T-Online oder die Ergänzungen im Spiegel nachlesen.
