Heute ist der 20.04.2026 und wir berichten über eine spannende kulturelle Neuigkeit aus Sachsen. Der Nachlass der renommierten DDR-Kochbuchautorin Ursula Winnington hat nun offiziell seinen Platz in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gefunden. Die Übergabe fand am Montag statt und wurde von ihrer Tochter Maraike Wittbrodt sowie Enkelin Lilly Böhm vollzogen. Dies ist nicht nur eine persönliche Übergabe, sondern auch ein bedeutender Schritt für die Bewahrung kulinarischer Zeitgeschichte.

Ursula Winnington, die vor einem Jahr im Alter von 96 Jahren verstarb, war eine bekannte Persönlichkeit in der Kochbuchszene der DDR. Ihre Arbeiten sind bis heute geschätzt, insbesondere ihre Kolumne „Liebe, Phantasie und Kochkunst“, die in der Monatszeitschrift „Das Magazin“ erschien. Ihre Rezepte waren in der DDR aufgrund der eingeschränkten Reisefreiheit äußerst populär und umfassten viele exotische Gerichte. Insgesamt veröffentlichte sie mehr als 1.250 Rezepte und acht Kochbücher, das letzte davon erschien im Jahr 2012.

Der Nachlass und seine Schätze

Der umfangreiche Nachlass umfasst über 150 Bücher, darunter ein handschriftliches Kochbuch aus dem 19. Jahrhundert, das von ihrer Großmutter stammt. Zudem sind zahlreiche Publikationen und Artikel von Winnington seit 1964, Leserbriefe sowie Korrespondenz aus den Jahren 1971 bis 1999 enthalten. Lilly Böhm betonte bei der Übergabe, dass sie sich kein passenderes Archiv für ihre Großmutter vorstellen könne, und dies spricht für die Bedeutung des Nachlasses für die kulinarische Geschichte.

Der Nachlass wird nun bibliothekarisch erschlossen und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im „FoodStudio“ der SLUB Dresden sollen die Bücher künftig präsentiert werden. Dies ist besonders bemerkenswert, da das Deutsche Archiv der Kulinarik, welches 2022 von der SLUB und der Technischen Universität Dresden gegründet wurde, die größte öffentlich zugängliche Sammlung von Kochbüchern und Speisekarten im deutschsprachigen Raum darstellt. Die Sächsische Landesbibliothek plant zudem, seit 2025 Zeitzeuginnengespräche, die Lilly Böhm mit ihrer Großmutter geführt hat, zu bewahren.

Ein Blick auf die kulinarische Erbschaft

Winningtons Werke sind nicht nur kulinarische Anleitungen, sondern auch kulturelle Dokumente, die Einblicke in die Essgewohnheiten und die Lebensweise in der DDR geben. Ihre Rezepte, darunter klassisches Boeuf Bourguignon und die Mecklenburger Götterspeise, spiegeln eine Zeit wider, in der das Kochen oft als kreativer Akt in einem eingeschränkten Umfeld verstanden wurde. Sie hat mit ihrer Arbeit dazu beigetragen, die Kochkunst in der DDR zu bereichern und zu einem Teil der Kultur zu machen.

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Die Schenkung des Nachlasses an die SLUB ist ein wertvoller Schritt zur Erhaltung und Würdigung dieser wichtigen kulinarischen Geschichte. Durch die Erschließung und die geplante Präsentation im „FoodStudio“ wird Ursula Winnington weiterhin einen Platz im Herzen der kulinarischen Gemeinschaft einnehmen. Die SLUB und die Technische Universität Dresden leisten mit diesem Archiv einen bedeutenden Beitrag zur Bewahrung und Vermittlung kulinarischer Traditionen.