Heute ist der 24.04.2026. Ein bedauerlicher Fall von Liebesbetrug aus dem Kreis Zwickau sorgt für Aufsehen. Ein Mann hat über einen Zeitraum von mehreren Monaten rund 100.000 Euro an Betrüger verloren, die sich als ukrainische Ärztin ausgaben. Der Kontakt wurde über eine Chatplattform im Juli 2025 hergestellt. Mit verschiedenen Vorwänden forderten die Betrüger immer wieder Geld, um angebliche Notlagen zu beheben.

Die Masche, die hier zum Einsatz kam, wird als Lovescamming bezeichnet. Betrüger treten über soziale Netzwerke mit ihren Opfern in Kontakt und entwickeln vorgetäuschte Liebesbeziehungen. Im vorliegenden Fall wurden dem Geschädigten Geschichten über eingefrorene Vermögen, eine Reise nach Deutschland und dringende medizinische Behandlungen aufgetischt. Der Mann überwies sein erspartes Geld auf ausländische Konten und unbekannte Kryptowallets. Die Polizei und die Bundespolizei haben bereits Tipps zur Erkennung von Scamming und zur Schadensvermeidung bereitgestellt, die für Betroffene und Interessierte von Bedeutung sind.

Möglichkeiten zur Erkennung von Love Scamming

Die Verbraucherzentrale hat einige Anzeichen identifiziert, die darauf hinweisen können, dass man es mit einem Betrüger zu tun hat. Dazu gehören unter anderem gefälschte Fotos, die oft in ähnlichen Posen und Kleidungsstücken aufgenommen werden. Viele dieser Bilder sind gestohlen oder speziell angefertigt. Zudem neigen Betrüger dazu, ihre Opfer mit vielen Komplimenten zu überhäufen oder von bewegten Lebensgeschichten zu erzählen, um Mitleid zu erregen.

Ein weiteres Warnsignal sind die Geldforderungen. Betrüger bitten häufig um finanzielle Unterstützung, sei es in Form von gefälschten Schecks oder der Bitte, Pakete an Dritte zu senden. Besonders dreist sind die Anfragen nach Einladungen nach Deutschland oder Kopien von Ausweisen, die für Passfälschungen genutzt werden könnten.

Schutz vor Liebesbetrug

Um sich vor Liebesbetrug zu schützen, empfiehlt es sich, nur auf verifizierten Dating-Plattformen nach Partner:innen zu suchen und Kontaktanfragen in sozialen Netzwerken nur von bekannten Personen anzunehmen. Eine gründliche Überprüfung der Flirtpartner:innen über Suchmaschinen oder Google-Bildersuche kann ebenfalls hilfreich sein. Zudem sollte man darauf bestehen, die Person über Video-Chat zu sehen, um deren Existenz zu überprüfen.

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Die Polizei rät dazu, bei Geldforderungen konsequent zu bleiben und keine Kontodaten weiterzugeben. Wenn man bereits Opfer eines Betrugs wurde, ist schnelles Handeln gefragt: Kontakt sofort abbrechen, neue E-Mail-Adressen und Telefonnummern anlegen, E-Mails und Chat-Verläufe sichern und Überweisungsbelege aufbewahren.

Ein alarmierendes Phänomen

Der Fall aus Zwickau ist kein Einzelfall. Im Jahr 2023 wurden in Bayern 450 Fälle von Liebesbetrug gemeldet, mit einem Gesamtschaden von rund 5,3 Millionen Euro. Betrüger manipulieren gezielt Emotionen, um Geld und persönliche Daten zu erlangen. Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein, denn 37% der Online-Partnersuchenden haben bereits einen Betrugsversuch erlebt. Die Betrüger nutzen häufig Künstliche Intelligenz, um vertrauenswürdig zu erscheinen, und vermeiden persönliche Treffen mit Ausreden wie Auslandseinsätzen oder Militärdienst.

Umso wichtiger ist es, wachsam zu bleiben und sich über die gängigen Betrugsmaschen zu informieren. Ob Nigerianischer Liebesbetrug, Krypto-Liebesbetrug oder die Unterhaltungen über Telegram – die Betrüger sind erfinderisch und nutzen alle Mittel, um an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Die Verbraucherzentrale bietet umfangreiche Informationen und Tipps, um sich vor solchen Machenschaften zu schützen. Wer bereits betroffen ist, sollte sich nicht scheuen, die Polizei zu informieren und andere zu warnen.