In Schleswig-Holstein ist ein Aalfangverbot in deutschen Meeresgewässern in Kraft getreten, das von Anfang September bis Ende Februar 2027 gilt. Dieses Verbot betrifft die Freizeitfischerei auf Aal in den Meeres- und angrenzenden Brackgewässern. Man könnte sagen, es ist eine radikale Maßnahme, aber in Anbetracht des alarmierenden Rückgangs der Aalbestände ist dies möglicherweise ein notwendiger Schritt. Während die Berufsfischerei in Nordsee und Ostsee spezielle Ausnahmen mit Aal-Schonzeiten hat, bleibt das Angeln auf Aal für Hobbyangler komplett untersagt. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Bestand des Europäischen Aals seit den 1970er-Jahren um etwa 98 % gesunken ist. Das ist kein Spaß mehr!
Bundesagrarminister Alois Rainer hat betont, dass die wirtschaftliche Stabilität durch die Aal-Schonzeit gefördert wird. Doch es ist nicht nur ein wirtschaftliches Thema, sondern ein ökologisches. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) warnt eindringlich vor einem weiteren Rückgang und empfiehlt drastische Schutzmaßnahmen. Die EU-Kommission hat bereits eine sechsmonatige Aalschonzeit für kommerzielle Fischer eingeführt. Die Schonzeiten in der Ostsee sind vom 15. September 2026 bis 15. März 2027 festgelegt.
Maßnahmen zum Aalschutz
Die Arbeitsgruppe von Bund und Ländern hat sich intensiv mit dem Thema Aalschutz auseinandergesetzt und arbeitet an Empfehlungen für bessere Schutzmaßnahmen an technischen Anlagen. Eine der Kernfragen ist, wie man den Erhaltungszustand des Aals in Binnengewässern verbessern kann. Es ist kein Geheimnis, dass die Ursachen für den Druck auf den Aal weitreichend sind: Überfischung, Lebensraumverluste und Umweltfaktoren spielen eine entscheidende Rolle. Der Aal ist ein Überlebenskünstler, der bis zu 80 Jahre alt werden kann, wenn er nicht abwandert. Aber die Zeit drängt!
Wusstet ihr, dass Aale nur einmal in ihrem Leben laichen und danach sterben? Weibliche Aale werden mit 12 bis 15 Jahren geschlechtsreif, während die Männchen es schon mit 6 bis 9 Jahren sind. Die Reise von der Sargassosee nach Europa dauert etwa drei Jahre und der Rückweg ein weiteres Jahr. Wenn man darüber nachdenkt, ist das schon eine ganz schön lange Reise für einen Fisch, der dann nur einmal sein Leben lang für die Fortpflanzung sorgt und sterben muss. Komisch, oder?
Die Zukunft des Aals
Die Bearbeiter der deutschen Aalmanagementpläne haben ein Positionspapier erarbeitet, das den aktuellen Stand der Aalbewirtschaftung beschreibt. Darin werden potenzielle Managementmaßnahmen wie die Einstellung des Aalbesatzes oder die Ausweitung der Schonzeit auf sechs Monate diskutiert. Letzteres könnte die Aalfänge in verschiedenen Flüssen signifikant reduzieren. Der aktuelle Stand ist, dass die Blankaalabwanderung in Deutschland bei etwa 35 % liegt, was unter dem angestrebten Ziel von 40 % liegt. In den meisten Aaleinzugsgebieten wird dieser Zielwert sogar unterschritten.
Die anthropogene Sterblichkeit, die durch menschliche Aktivitäten verursacht wird, ist ein wesentlicher Faktor für den Rückgang der Aalbestände. Der ICES empfiehlt sogar ein vollständiges Fangverbot für die Erwerbsfischerei und Angler. Das klingt wie ein harter Schnitt, aber vielleicht ist es die einzige Möglichkeit, den Aal vor dem Verschwinden aus unseren Gewässern zu bewahren. Die Aalbestände in Europa sind schon seit über 30 Jahren stark zurückgegangen – die aktuellen Glasaalbestände an der europäischen Atlantikküste liegen bei nur etwa 10 % des Durchschnittswertes von 1960 bis 1979. Es ist höchste Zeit, zu handeln!
Eine sechsmonatige Schonzeit könnte also tatsächlich helfen, die Aalfänge zu reduzieren und möglicherweise die Abwanderung der Blankaale zu steigern. Aber wie im Leben so oft, gibt es auch hier das Risiko, dass kurzfristige Erfolge langfristig negative Auswirkungen haben könnten. Ein generelles Aalfangverbot könnte die Erwerbsfischerei gefährden, daher ist es wichtig, regionale Managementpakete unter Einbeziehung aller Beteiligten zu entwickeln. Die Zukunft des Aals hängt von unserem Handeln ab – und das sollte uns allen am Herzen liegen. Wir müssen den Aal schützen, solange wir noch die Chance dazu haben!
Für weitere Informationen zu diesen Themen und den aktuellen Stand der Aalbewirtschaftung in Deutschland, könnt ihr euch hier informieren und die detaillierten Berichte nachlesen.