In der kleinen Gemeinde Mohrkirch, die im Kreis Schleswig-Flensburg liegt, ereignete sich am Dienstagnachmittag ein recht ungewöhnlicher Vorfall. Neun Schafe hatten beschlossen, ihre Weide zu verlassen und sich auf den Gleisen der Bahnstrecke Flensburg-Kiel umzusehen. Das Ganze wurde von einem Zugführer bemerkt, der sofort Alarm schlug. Hierbei musste die Strecke zeitweise gesperrt werden, was nicht nur die Bahnreisenden betraf, sondern auch den Schafhalter, der schnell zur Stelle war, um seine Tiere wieder einzufangen. Die Schafe wurden schließlich mit seiner Unterstützung von den Gleisen auf eine andere Weide getrieben.
Die Ursache für den Ausbruch der Schafe war ein notdürftig reparierter Zaun. Man fragt sich, wie es zu solch einem Missgeschick kommen kann, und ehrlich gesagt, es ist schon ein bisschen skurril, wenn Schafe den Bahnverkehr durcheinanderbringen! Der Schafhalter wird nun angezeigt, und man kann sich vorstellen, dass er sich das nächste Mal etwas mehr um die Sicherheit seiner Tiere kümmern wird. Doch das war nicht der einzige Vorfall dieser Art; am Freitag (5.6.) gab es gleich zwei ähnliche Fälle in Flensburg-Weiche und Handewitt, wo ebenfalls Schafe auf den Gleisen herumliefen. Ein echtes Schaf-Chaos!

Fahrgäste müssen umsteigen

Die Folgen für die Fahrgäste waren nicht unerheblich. Reisende im Intercity mussten per Bus weitertransportiert werden, da die Strecke mehrere Stunden gesperrt war. Man kann sich gut vorstellen, wie frustrierend das für die Reisenden war – vielleicht hatte der eine oder andere sogar einen wichtigen Termin. Die Bundespolizei hat in diesem Zusammenhang einen Appell an Tierhalter gerichtet, ihre Zäune in Gleisnähe regelmäßig zu kontrollieren, um solche gefährlichen Situationen im Bahnverkehr zu vermeiden. Ein kleiner Hinweis, der große Auswirkungen haben könnte!
In einem weiteren, aber nicht weniger besorgniserregenden Vorfall kam es in Brunsbüttel zu einem Diebstahl von Mutterschafen. In der vergangenen Woche verschwanden mehrere Tiere, und am Wochenende wurden erneut 14 Schafe gestohlen. Es ist schon erstaunlich, wie kriminell es manchmal in ländlichen Gegenden zugeht.

Schafhaltung in Deutschland

Was die Schafhaltung anbelangt, gibt es in Niedersachsen seit Mitte der 1990er Jahre Empfehlungen für die Weidehaltung von Schafen. Diese Empfehlungen basieren auf dem Tierschutzgesetz und anderen wichtigen Regelungen. Interessanterweise gibt es auf Bundesebene bisher keine speziellen Mindestanforderungen für die Schafhaltung. Im Rahmen der Niedersächsischen Nutztierstrategie, die als Tierschutzplan 4.0 bekannt ist, wurden die bestehenden Empfehlungen von einer Arbeitsgruppe überarbeitet. Das aktuelle Dokument trägt den Titel „Tierschutzleitlinie für die Schafhaltung“ und ist seit dem 01.06.2023 gültig. Es behandelt wichtige Themen wie Herdenschutz, Tierschutzindikatoren und sogar Hitzestress.
Ehrlich gesagt, es zeigt sich, dass die Schafhaltung nicht nur eine Frage des Viehmanagements ist, sondern auch eine Verantwortung, die sowohl den Tieren als auch den Menschen in der Umgebung zugutekommt. Die neuen Inhalte der Tierschutzleitlinien sind in gedruckter Form über das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhältlich. Wer hätte gedacht, dass auch Schafe so viel Aufmerksamkeit bekommen?

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