Die Hansestadt Lübeck warnt eindringlich vor einem ungebetenen Gast, der sich im Süden der Stadt niedergelassen hat: dem Eichenprozessionsspinner. Am 18. Juni 2026, um 07:30 Uhr, wurden Gespinstnester an Eichen entlang der Kronsforder Hauptstraße entdeckt. Diese kleinen, aber gefährlichen Raupen haben es in sich und können gesundheitliche Risiken für die Menschen darstellen, die ihnen zu nahe kommen.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners tragen feine Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Kontakt mit diesen Haaren kann zu unangenehmen Hautreizungen, Juckreiz und sogar zu Atembeschwerden führen. Kunststück also, dass die Fachleute der Stadt dazu aufrufen, Abstand zu halten. Wenn man auf einen Verdachtsfall stößt, sollte man unbedingt ein Foto machen und es an naturschutz@luebeck.de schicken. Die betroffenen Bäume sind ausschließlich Eichen, und die typischen Hinweise sind leicht zu erkennen: Gespinstnester am Stamm oder an den stärkeren Ästen der Bäume. Die Raupen sind auch nicht zu übersehen – sie bewegen sich oft in langen Kolonnen, mit dunkler Rückenlinie und graublauen Seiten.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Die Saison der Eichenprozessionsspinner beginnt mit dem Frühjahr und zieht sich bis in den Sommer. An Straßen, in Parks, Waldrändern und sogar auf Spiel- und Sportplätzen sind die befallenen Bäume häufig anzutreffen. Das ist nicht nur ein Schreckensszenario für Gartenliebhaber, sondern auch für Familien, die ihre Kinder und Haustiere schützen möchten. Deshalb raten Experten, einen Abstand von 10 bis 15 Metern zu halten, wenn man auf Raupen oder Gespinste trifft. Und bitte, niemals selbst Hand anlegen! Die Nester sollten nicht berührt werden. Dafür sind Fachfirmen oder die Kommunen zuständig.

Wenn der Aufenthalt in der Nähe befallener Bäume unvermeidbar ist, empfiehlt es sich, lange Kleidung zu tragen, um Hautkontakt zu minimieren. Und falls doch etwas passiert – duschen, Haare waschen und die Kleidung separat reinigen. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. Die Brennhaare sind hartnäckig, brechen leicht ab und können durch den Wind über weite Strecken verteilt werden. Sie bleiben lange in der Umgebung erhalten, was die Situation nicht gerade einfacher macht.

Einheimischer Schädling mit Folgen

Der Eichenprozessionsspinner ist eine heimische Schmetterlingsart in Deutschland, die in den letzten Jahren Massenvermehrungen erlebt hat. Diese Raupen schädigen nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch die Eichen selbst, indem sie sich von deren Blättern ernähren – was in forstwirtschaftlich genutzten Gebieten zu Kahlfraß führen kann. Es ist daher nicht verwunderlich, dass lokale Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich werden können, wenn die Raupen sich massenhaft ausbreiten. Mechanische Bekämpfungsmethoden, wie das Absaugen durch Schädlingsbekämpfer, sind oft der erste Schritt, gefolgt von chemischen oder biologischen Mitteln, falls nötig. Dabei müssen die Maßnahmen jedoch so gewählt werden, dass sie geschützte Tierarten nicht gefährden.

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Für alle, die sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen wollen, stehen im Biozid-Portal weiterführende Informationen zur Verfügung. Im Hinterkopf sollte man jedoch immer behalten, dass der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Bäume unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen erfordert. Ein Fachgespräch zum Eichenprozessionsspinner fand bereits im November 2017 in Berlin statt. Und auch wenn das Thema ernst ist, bleibt die Situation im Umgang mit diesen kleinen Biestern eine Herausforderung.

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