Heute ist der 23.04.2026 und in Lübeck fand das Programm „Ich werde Chefin“ im Rahmen des Girls‘ Day 2026 statt. Organisiert von der IHK zu Lübeck, soll dieses Event Schülerinnen über verschiedene Karrierewege informieren und sie ermutigen, eigene Wege zu gehen. Sechs erfolgreiche Unternehmerinnen standen den Teilnehmerinnen Rede und Antwort und berichteten von ihren individuellen Karrierewegen. Insgesamt nahmen 21 Jugendliche an dieser Veranstaltung teil.
Dr. Sabine Hackenjos, Geschäftsbereichsleiterin der IHK, betonte die Wichtigkeit der Sensibilisierung der Mädchen für unternehmerisches Denken. Der Anteil der Frauen, die in Deutschland gründen, liegt laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bei lediglich einem Drittel. Bei Unternehmensnachfolgen beträgt der Frauenanteil nur knapp ein Viertel. Besonders alarmierend ist, dass nur 14,3% der rund 3,84 Millionen mittelständischen Unternehmen in Deutschland von Frauen geleitet werden.
Einblicke in die Unternehmerwelt
Die Referentinnen, unter ihnen Daniela Torweihe, Jeanette Rouvel, Anna Lena Blanke, Jen Martens, Nina Dietze und Cara Ammann, führten die Schülerinnen durch spannende Gespräche und vermittelten wertvolle Einblicke in ihre beruflichen Alltagsabläufe. Die Rückmeldungen der Schülerinnen waren durchweg positiv; viele äußerten sich begeistert über die Gespräche mit den Unternehmerinnen und die Möglichkeit, von ihren Erfahrungen zu lernen.
Ein zentrales Ziel des Girls‘ Day ist es, Mädchen für technische Berufe zu begeistern und ihnen die Vorurteile gegenüber geschlechtertypischen Berufswahlen zu nehmen. Die Veranstaltung bietet nicht nur Einblicke in unternehmerisches Engagement, sondern auch in MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Trotz der bestehenden Geschlechter- und Rollenklischees, die das Berufswahlverhalten junger Menschen beeinflussen, ist der Frauenanteil in MINT-Ausbildungsberufen in den letzten 13 Jahren um ein Drittel gestiegen.
Herausforderungen und Chancen für Frauen
Trotz dieser Fortschritte bleibt die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt eine Herausforderung. In Deutschland arbeiten 75% der Beschäftigten in Unternehmen ohne Frauen in der obersten Führungsebene. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Geschlechtergerechtigkeit insbesondere in Spitzenpositionen noch unerreicht ist. Der Frauenanteil in Vorständen von börsennotierten Unternehmen beträgt lediglich 19,7% und in den DAX-40-Unternehmen stieg dieser Anteil von 4,7% im Jahr 2014 auf 24,7% im Jahr 2024.
Um die Gleichstellung in der Wirtschaft weiter voranzutreiben, sind Reformen in der Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit sowie in den steuerlichen Rahmenbedingungen notwendig. Die Notwendigkeit, geschlechtergerechte Strukturen in Unternehmen zu schaffen, ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch des wirtschaftlichen Erfolgs. Initiativen wie „Ich werde Chefin“ sind daher entscheidend, um die nächste Generation von Unternehmerinnen zu inspirieren und zu fördern.
Für weitere Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte die Quellen: hl-live.de und dihk.de.