Im Hamburger Hafen wurde am Mittwoch ein bedeutendes Ereignis für die Deutsche Marine gefeiert: Die Korvette „Lübeck“ wurde feierlich getauft. Diese Taufe markiert nicht nur einen Meilenstein für das Schiff selbst, sondern auch für die gesamte Korvettenklasse 130, da es sich um das zehnte und vorerst letzte neue Schiff dieser Reihe handelt. Mit einer Länge von 89 Metern und einem Preis von etwa 400 Millionen Euro wird die „Lübeck“ voraussichtlich im Jahr 2028 an die Bundeswehr übergeben.
Die Taufzeremonie fand am Rheinmetall-Standort Blohm+Voss statt, einer der vier Werften in Norddeutschland, die unter der Rheinmetall-Division Naval Systems agieren. Taufpatin der „Lübeck“ war Huong Nguyen, die Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten Henning Schumann. Unter den Gästen waren auch prominente Persönlichkeiten wie Tim Wagner (CEO Rheinmetall-Division Naval Systems), Jan Lindenau (Bürgermeister Lübeck), Vizeadmiral Axel Deertz und Jürgen Giefer (Bundesamt für Ausrüstung).
Maritime Sicherheit im Fokus
In seiner Ansprache betonte Vizeadmiral Deertz die Verpflichtung Deutschlands zur maritimen Sicherheit, insbesondere im Ostseeraum. Er äußerte jedoch auch Bedenken über die lange Beschaffungsdauer, die die Einsatzfähigkeit der Marine beeinträchtigen könnte. Die „Lübeck“ ist für küstennahe Operationen, Aufklärung und die Bekämpfung von Seezielen in der Nord- und Ostsee konzipiert. Damit wird sie ein wichtiger Bestandteil der deutschen Maritimstrategie.
Die Korvette gehört zur Braunschweig-Klasse 130, von der zwischen 2008 und 2013 bereits fünf Schiffe in Dienst gestellt wurden. Vor der „Lübeck“ wurden bereits die Korvetten „Augsburg“, „Köln“, „Emden“ und „Karlsruhe“ getauft. Rheinmetall-Chef Armin Papperger bezeichnete die Taufe als emotional, jedoch nicht mit der Übergabe eines Panzers vergleichbar. Tim Wagner erklärte, dass mit dieser Taufe eine wichtige Etappe im Gesamtprojekt erreicht wurde.
Rheinmetall und die Zukunft der Marine
Die Division Naval Systems, die zur Rheinmetall AG gehört, ist verantwortlich für maritime Lösungen im Überwasserschiffbau. Neben der „Lübeck“ sind sie auch an der Entwicklung von Neubauprojekten für sechs neue Fregatten der Klasse 126 beteiligt. Diese Projekte sollen die bestehende Flotte der Deutschen Marine modernisieren und deren Einsatzfähigkeit erhöhen. Rheinmetall hat sich zudem auf die Forschung und Entwicklung autonomer maritimer Überwassersysteme für militärische und zivile Anwendungen spezialisiert.
Die „Lübeck“ wird von der Arbeitsgemeinschaft K130 gefertigt, zu der neben Rheinmetall auch Thyssenkrupp Marine Systems und German Naval Yards gehören. Mit der Taufe der „Lübeck“ wird nicht nur ein neues Kapitel in der deutschen Marinegeschichte aufgeschlagen, sondern auch die Bedeutung der maritimen Sicherheit in Europa unterstrichen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf defence-network.com.