Aktuelle Nachrichten aus Schleswig-Holstein bringen eine unschöne Überraschung für Pendler und Anwohner: Die Schleifähre „Missunde III“, die zwischen Brodersby und Kosel verkehrt, bleibt bis Mitte Juni 2026 außer Betrieb. Der Grund? Antriebsprobleme – konkret ein beschädigter Antriebsriemen, der bereits vor einer Woche gerissen ist. Das führt nicht nur zu einem Stillstand des Fährbetriebs, sondern auch zu erheblichen Umwegen für die Autofahrer, die ohnehin die gesperrte Lindaunisbrücke umfahren müssen. Diese Brücke ist sowohl für Autos als auch für Züge nicht passierbar, Fußgänger und Radfahrer haben jedoch freie Bahn.

Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) hat die Fähre aus Sicherheitsgründen außer Dienst gestellt. Der Ersatzriemen, der schnell beschafft wurde, hat sich ebenfalls als problematisch erwiesen. Neue Antriebsriemen sollen in der zweiten Juni-Woche eintreffen, sodass die Fähre voraussichtlich Mitte Juni wieder in Betrieb genommen werden kann. Aber das ist nicht die einzige Herausforderung für die „Missunde III“.

Technische Pannen und Infrastrukturprobleme

Ursprünglich sollte die vollelektrische Fähre „Missunde III“ die alte „Missunde II“ ersetzen, die bereits vor zwei Jahren ausgemustert wurde. Doch die neuen technischen Gegebenheiten sind nicht ganz so reibungslos, wie man es sich gewünscht hätte. Die Fähre hat mit Problemen an der landseitigen Infrastruktur zu kämpfen – die Anleger passen einfach nicht zum Schiffskörper. Anwohner und Touristen müssen nun einen Umweg von etwa 40 Kilometern über Schleswig oder Kappeln in Kauf nehmen, was für Pendler und Landwirte eine echte Herausforderung darstellt.

Die ersten Testfahrten zeigten, dass die Rampen und die Seilführung im Alltagsbetrieb unpraktikabel sind. Bei schwierigen Wetterverhältnissen kann die Elektro-Fähre nicht sicher anlegen, was für einen Fährbetrieb natürlich nicht gerade ideal ist. Die LKN.SH plant, eine Fachfirma zu beauftragen, um eventuell bestehende strukturelle Probleme beim Antrieb der Fähre zu untersuchen, während bereits Gespräche mit der Herstellerfirma aus Sachsen-Anhalt laufen.

Ein Symbol misslungener Planung

Die Dimensionen der „Missunde III“ – 28,5 Meter lang und 8,2 Meter breit – sind darauf ausgelegt, 120 Personen und Fahrzeuge bis 40 Tonnen zu transportieren. Doch die Kritiker bemängeln, dass diese Maße nicht ausreichend mit den baulichen Gegebenheiten abgeglichen wurden. Die aktuellen Umstände machen die Fähre zu einem Symbol für misslungene Planung. Ehrlich gesagt, zwischen den technischen Pannen und der chaotischen Infrastruktur sieht es nicht gut aus. Und das, obwohl die Fähre eigentlich bereits seit Januar 2024 hätte in Betrieb sein sollen!

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Die Rückkehr zur alten Fähre „Missunde II“, die für 50.000 Euro zurückgekauft wurde, ist nur ein weiteres Kapitel in dieser unendlichen Geschichte. Um die Anleger und die neue Fähre auf Vordermann zu bringen, werden rund 1,3 Millionen Euro benötigt, finanziert aus den Rücklagen des Landesbetriebs. Aktuell kann jedoch kein verbindlicher Starttermin für die neue Fähre genannt werden. Die Hoffnung auf baldige Besserung bleibt – doch die Realität sieht leider anders aus.