In Deutschland, und da besonders in Städten wie München, gibt es ein wachsendes Problem: die Überschuldung junger Menschen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft sind es nicht nur die offensichtlichen Ursachen wie Jobverlust oder Krankheit; auch steigende Energiekosten und Lebensmittelpreise setzen vielen zu. Ein Beispiel aus München ist die 31-jährige Mia, die aufgrund ihrer Konsumgewohnheiten – insbesondere beim Kauf von Kleidung und anderen Gütern über „Buy Now, Pay Later“-Modelle wie Klarna und Paypal – in die Schuldenfalle geraten ist. Ihre Schulden belaufen sich auf 3.000 bis 4.000 Euro, doch sie hat sich Hilfe bei der kostenlosen Haushalts-Budget-Beratung des Fit-Finanztrainings gesucht und ist auf dem besten Weg, schuldenfrei zu werden.

Die Klienten der Schuldnerberatungen sind alles andere als einheitlich. Es gibt keinen „typischen“ Schuldner – die Betroffenen kommen aus allen Lebenslagen, von Akademikern bis hin zu Rentnern. Jüngere Menschen, insbesondere unter 25-Jährige, sind häufig von den Ratenkaufangeboten betroffen. Hierbei ist die Gefahr groß, den Überblick über die eigenen Finanzen zu verlieren. Es ist ein Teufelskreis: Ratenkäufe bieten zwar kurzfristige Lösungen, können aber auch schnell zu einer dauerhaften Belastung werden.

Die Realität der Überschuldung

Wie die Erfahrungen von Marko, einem 39-jährigen Münchener, zeigen, kann es schnell gehen. Er hat über 30.000 Euro Schulden angehäuft, nicht zuletzt aufgrund persönlicher Krisen wie einer Krebserkrankung und dem Verlust seines Jobs. Auch Horst, ein 45 Jahre lang arbeitender Lkw-Fahrer, steht vor ähnlichen Herausforderungen. Aufgrund familiärer Schwierigkeiten ist auch er stark verschuldet und erhält eine knappe Rente. Beide Männer haben sich an die Schuldnerberatung gewandt und wurden zur Privatinsolvenz beraten, was eine erhebliche Entlastung mit sich bringen kann – sie dürfen in ihren Häusern wohnen bleiben und ihre Autos behalten.

Warnsignale für finanzielle Probleme sind oft deutlich sichtbar: Ein leeres Portemonnaie vor Monatsende, das Jonglieren mit Rechnungen oder ein dauerhaft überzogenes Girokonto sind häufige Anzeichen. Betroffene sollten sich frühzeitig Hilfe suchen, bevor die Probleme überhandnehmen. Andrea Weber vom Fit-Finanztraining betont die Gefahr, die von Ratenzahlungen und Online-Shopping ausgeht. Das Gefühl, ständig Geld auszugeben, ohne die eigene Budgetplanung zu beachten, kann in eine Spirale führen, die schwer zu durchbrechen ist.

Schuldenprävention und Aufklärung

Um der Überschuldung entgegenzuwirken, gibt es Initiativen wie den Materialordner zur Schuldenprävention, herausgegeben von der Koordinierungsstelle Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein. Dieser umfasst mehrere Module, die sich mit Themen wie Werbung und Konsum, Budgetplanung und Bankgeschäften beschäftigen. Die Bereitschaft, sich mit Geldmanagement auseinanderzusetzen, ist entscheidend. Die Module sind für Lehrkräfte gedacht, um Schüler ab der achten Jahrgangsstufe für finanzielle Themen zu sensibilisieren und aufzuklären.

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In einer Zeit, in der Konsumverhalten und finanzielle Bildung immer wichtiger werden, ist es essenziell, dass gerade junge Menschen frühzeitig lernen, mit ihrem Geld umzugehen. Nur so kann man verhindern, dass die Schuldenfalle zuschnappt. Die Geschichten von Mia, Marko und Horst zeigen, dass es Hoffnung gibt, aber auch, dass der Weg zur finanziellen Stabilität oft steinig ist.