Heute ist der 22.04.2026 und in Schleswig-Holstein gibt es spannende Neuigkeiten aus dem benachbarten Deutschland. Die Nosferatu-Spinne, auch bekannt als Zoropsis spinimana, hat sich in Hamburg niedergelassen. Ursprünglich stammt diese Spinnenart aus dem Mittelmeerraum, hat sich jedoch seit ihrer ersten Registrierung in Deutschland im Jahr 2005 bundesweit verbreitet. Die Umweltbehörde Hamburg hat bereits erste bestätigte Funde in den Stadtteilen Eimsbüttel, Eppendorf, Volksdorf und Sasel aus den Jahren 2024 und 2025 dokumentiert. Diese Nachweise stammen von aufmerksamen Bürgern, die ihre Beobachtungen über die Plattform „observation.org“ sowie die App „ObsIdentify“ gemeldet haben.
Die geringe Zahl an Nachweisen bedeutet jedoch nicht, dass die Nosferatu-Spinne selten ist. Es könnte durchaus sein, dass sie einfach noch nicht häufig erkannt oder gemeldet wurde. Ihre Ausbreitung wird als unauffällig betrachtet und als Teil eines natürlichen Prozesses in Folge veränderter Umweltbedingungen, insbesondere des Klimawandels, angesehen. Während viele Menschen bei dem Gedanken an Spinnen zusammenzucken, ist der Biss der Nosferatu-Spinne für Menschen in der Regel harmlos und vergleichbar mit einem Wespenstich. Aggressiv ist sie nicht – sie beißt nur, wenn sie stark bedrängt wird.
Lebensweise und Merkmale
Die Nosferatu-Spinne liebt Wärme und ist häufig in Gebäuden anzutreffen, wo sie ideale Bedingungen und ausreichend Beutetiere findet. Sie gehört zur Familie der Kräuseljagdspinnen und kann eine Körperlänge von knapp zwei Zentimetern erreichen, während ihre Beinspannweite bis zu sechs Zentimetern beträgt. Männchen sind kleiner als Weibchen, und die Spinne hat die bemerkenswerte Fähigkeit, sich an senkrechten Glasscheiben festzuhalten. Besonders interessant ist ihre Jagdmethode: Anstatt Fangnetze zu bauen, verfolgt sie ihre Beute und überwältigt sie im Sprung.
Die Nosferatu-Spinne ist einjährig, doch Weibchen können bis zu 1,5 Jahre alt werden. Der Name „Nosferatu-Spinne“ wurde 2020 offiziell eingeführt und bezieht sich auf die charakteristische Rückenzeichnung, die an die Filmfigur Nosferatu erinnert. Falls Sie eine Nosferatu-Spinne in Ihrer Wohnung entdecken, wird geraten, sie vorsichtig mit einem Glas einzufangen und nach draußen zu bringen. Entdeckungen können über die Plattform „ObsIdentify“ oder „observation.org“ gemeldet werden.
Ökologische Auswirkungen und invasive Arten
Die Nosferatu-Spinne gehört zu den Neobiota, also zu den Arten, die sich in einem neuen Gebiet etabliert haben. In Deutschland sind insgesamt 1.015 Neobiota-Arten registriert, die sich etabliert haben, darunter 449 Tierarten, 469 Pflanzenarten und 97 Pilzarten. Allerdings gilt nicht jede gebietsfremde Art als invasiv. Laut dem IPBES-Bericht gibt es weltweit über 37.000 gebietsfremde Arten, von denen mehr als 3.500 invasiv sind. Invasive Arten bedrohen oft einheimische Arten und Ökosysteme, doch negative ökologische Auswirkungen der Nosferatu-Spinne sind bisher nicht bekannt. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) listet 107 invasiv und 114 potentiell invasive Arten in Deutschland auf.
Die Ausbreitung nicht heimischer Arten wird durch die Klimakrise verstärkt, was auch die Nosferatu-Spinne betrifft. So könnten künftig weitere Arten, die sich nicht fortpflanzen können oder den Winter nicht überstehen, in unser Ökosystem eindringen. Der Status von rund 350 gebietsfremden Arten in Deutschland ist bislang unbekannt und Forschung ist nötig, um die Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna zu verstehen.
Die Nosferatu-Spinne mag also nicht die einzige Überraschung bleiben, die uns der Klimawandel beschert. Die Natur ist ein dynamisches System, und wir dürfen gespannt sein, welche weiteren Veränderungen uns in Zukunft erwarten.