Autodiebstähle in Borstel-Hohenraden: Opfer von „Keyless-Go“-Systemen
In der kleinen Gemeinde Borstel-Hohenraden im Kreis Pinneberg haben Kriminelle in der Nacht zum Samstag gleich zwei hochwertige Autos gestohlen. Ein drittes Fahrzeug blieb glücklicherweise unversehrt. Die Kriminalpolizei hat bereits Ermittlungen eingeleitet und sucht nach Zeugen, die in der Tatnacht möglicherweise etwas beobachtet haben. Der Schaden, der durch die beiden Diebstähle entstand, wird auf etwa 85.000 Euro geschätzt, was für die betroffenen Fahrzeugbesitzer sicherlich einen herben Schlag darstellt.
Das erste gestohlene Auto ist ein schwarzer Skoda Octavia, ein Elektrofahrzeug, das zwischen Freitagnachmittag und Samstagvormittag aus der Straße Grotenkamp entwendet wurde. Darüber hinaus wurde gegen 1.10 Uhr ein schwarzer Mercedes GLC 300 de 4MATIC mit Pinneberger Kennzeichen aus der Straße Am Hof gestohlen. Besonders aufsehenerregend ist, dass eine Überwachungskamera in der nahegelegenen Dorfstraße zwischen 1.25 Uhr und 1.30 Uhr mehrere Personen aufgezeichnet hat, die an einem geparkten Auto manipulierten. Sie flüchteten jedoch, als sie bemerkten, dass sie das Fahrzeug nicht stehlen konnten. Auf den Aufnahmen sind mehrere dunkel gekleidete Personen zu sehen, darunter ein Mann im Alter von 20 bis 30 Jahren mit Vollbart und einem dunklen Rucksack.
Die Gefahr durch „Keyless-Go“-Systeme
Interessanterweise zeigen die Umstände dieser Diebstähle, wie anfällig Fahrzeuge mit „Keyless-Go“-Systemen sind. Diese Technologie ermöglicht es, das Auto zu öffnen und zu starten, ohne den Schlüssel aus der Tasche nehmen zu müssen. Das System funktioniert über Funk und sendet ein kontinuierliches Signal. Kriminelle nutzen diese Technik aus, indem sie sogenannte Reichweiten-Verlängerer einsetzen, um das Funksignal abzufangen und an das Fahrzeug weiterzuleiten. Das bedeutet, dass die Diebe das Auto auch dann stehlen können, wenn sich der Schlüssel in der Wohnung befindet, was die Sache extrem riskant macht.
Die Polizei empfiehlt daher, Funkschlüssel nicht in der Nähe der Haustür oder des Fahrzeugs aufzubewahren. Stattdessen sollten sie in speziellen signalabschirmenden Hüllen oder Behältern gelagert werden. Diese Tipps sind besonders wichtig, da Fahrzeuge mit „Keyless-Go“ leichter zu stehlen sind als solche mit herkömmlichen Funkschlüsseln. Laut Informationen von der Polizei Niedersachsen sind nur 15% der getesteten Fahrzeuge mit „Keyless-Go“ tatsächlich gegen Diebstahl geschützt, was alarmierend ist!
Schutzmaßnahmen für Fahrzeugbesitzer
Um sich vor diesen modernen Diebstahlsmethoden zu schützen, gibt es einige sinnvolle Empfehlungen. Es könnte ratsam sein, das „Keyless-Go“-System vorübergehend zu deaktivieren, sofern das möglich ist. Ebenso ist das Parken in einer verschlossenen Garage eine sehr gute Idee. Ein weiterer Tipp ist, den Schlüssel in Metalldosen oder Alufolie aufzubewahren, um das Funksignal abzuschirmen. Man könnte fast meinen, die Technologie hat uns einen Schritt voraus, doch mit den richtigen Maßnahmen kann man zumindest versuchen, den Kriminellen das Handwerk zu legen.
Die Sicherheitslücke, die im Jahr 2011 von der ETH Zürich erkannt wurde, ist also aktueller denn je. Die ADAC fordert daher auch eine Verbesserung der Sicherheitsstandards für Fahrzeuge mit „Keyless-Go“. Innovative Technologien, wie die Ultra-Wide-Band-Technik, könnten in Zukunft helfen, die Sicherheit dieser Systeme zu erhöhen. Jaguar Land Rover ist bereits seit 2018 mit dieser Technik unterwegs, und auch andere Hersteller ziehen nach. Es bleibt also spannend, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird.
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