Heringszaun in Kappeln erstrahlt nach Restauration in neuem Glanz
In Kappeln, im Kreis Schleswig-Flensburg, gibt es Grund zur Freude! Der neue Heringszaun ist endlich fertiggestellt. Nach einer langen Zeit der Restauration, die 2020 begann, erstrahlt dieser historische Zaun nun in neuem Glanz. Die alten Überreste waren über Jahre hinweg nur noch als Stummel erkennbar, stark beschädigt durch die Schiffsbohrmuschel, die sich am alten Holz zu schaffen gemacht hatte. Der Heringszaun, der seit 600 Jahren existiert und der letzte seiner Art in Europa ist, war dringend sanierungsbedürftig. Die Restaurierung wurde sowohl vom Land als auch von der EU finanziert, insgesamt belaufen sich die Kosten auf etwa 800.000 Euro. Ein stolzer Betrag, doch für die Erhaltung dieses kulturellen Erbes sind die Ausgaben gut angelegt.
Die alten Pfähle, die von den Bohrmuscheln zerfressen waren, wurden durch neue, widerstandsfähige Pfähle aus südafrikanischem Eukalyptusholz ersetzt. Diese haben einen dreimal so dicken Durchmesser wie die vorherigen und sind somit besser gegen die Bohrmuschel gewappnet. Die ersten Abschnitte des neuen Zauns wurden bereits 2021 erneuert. Aktuell sind die Mitarbeiter des Ostseedienstes seit etwa sechs Wochen im Einsatz, um die letzten Arbeiten abzuschließen. Ende April wurden alte Eschenstämme mit einem Bagger von einem Schwimmponton herausgezogen – was für ein Anblick!
Ein historisches Bauwerk
Der Ursprung des Heringszauns reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Damals gab es rund 40 solcher Zäune in der Schlei. Die Konstruktion hat die Form eines W und funktioniert wie ein Trichter, um Heringe zu fangen. Herr Bürgermeister Joachim Stoll verglich die Bedeutung dieses Denkmals sogar mit der Tower Bridge in London oder dem Eiffelturm in Paris. Es ist schon faszinierend, wie lokale Kultur und Geschichte sich mit der Natur verbinden, nicht wahr? Es ist traurig zu wissen, dass der letzte verbliebene Zaun zuletzt 1977 erneuert wurde und nun, nach vielen Hürden – von fehlenden Finanzmitteln über Genehmigungsverfahren bis hin zu steigenden Preisen – endlich wieder in neuem Licht erstrahlt.
Die Stadt Kappeln hat sich mit 183.000 Euro an den Kosten beteiligt. Fischer Peter Jöhnk, der den Heringszaun seit drei Jahren pachtet, kann jedoch nicht davon leben. Sein Geld verdient er mit Hochseefischen im Kattegat. Die Arbeit am Heringszaun ist für die Mitarbeiter des Ostseedienstes eine willkommene Abwechslung. In dieser Woche werden Netze (Geotex) zwischen den Pfählen eingezogen, gefolgt von einem Weidengeflecht aus den Niederlanden – etwa drei Meter lange Weidenruten, die dem Zaun das gewisse Etwas verleihen werden.
Für die Zukunft ist der denkmalgeschützte Heringszaun nun gut gerüstet. Man kann nur hoffen, dass er viele weitere Jahre Heringe fangen wird und gleichzeitig ein Symbol für die maritime Kultur dieser Region bleibt. In Kappeln wird die Geschichte lebendig gehalten, und das ist mehr als nur ein Grund zur Freude – es ist ein Stück Identität.
Für weiterführende Informationen über die Restauration des Heringszauns in Kappeln, besuchen Sie bitte die NDR-Seite. Die spannende Reise der Wiederherstellung dieses einzigartigen Bauwerks ist ein beeindruckendes Beispiel für das Zusammenspiel von Tradition, Natur und Gemeinschaft.
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