Schülerinnen und Schüler gründen eigenen Staat „Tastoria“ in Husum
Heute ist der 29.06.2026 und in Husum, im Kreis Nordfriesland, hat sich etwas ganz Besonderes ereignet. Die Hermann-Tast-Schule wird im Rahmen einer Projektwoche zum Staat „Tastoria“. Ja, richtig gehört! Schülerinnen und Schüler haben ihren eigenen Staat gegründet – mit allem, was dazu gehört. Von einer eigenen Währung über ein Parlament bis hin zu Polizei und Gericht. Und das alles auf dem Schulgelände, das nur mit einem Visum betreten werden darf. Das klingt doch nach einem spannenden Experiment, oder?
Die Projektwoche, die bis zum 02. Juli dauert, hat das Ziel, die Jugendlichen auf praktische Art und Weise mit Themen wie Demokratie, Wirtschaft und gesellschaftlicher Verantwortung vertraut zu machen. Die Schülerinnen übernehmen verschiedene Rollen und organisieren das Zusammenleben in ihrem kleinen Staat selbst. Es ist eine Art lebendiger Unterricht, der wahrscheinlich nicht nur für die Beteiligten, sondern auch für die Lehrkräfte eine interessante Erfahrung ist. Wer hätte gedacht, dass Schule so aufregend sein kann?
Demokratie ganz praktisch erleben
Dieses Projekt steht in einer langen Tradition von Bildungsangeboten zur Förderung der Demokratie. An einer Gesamtschule wird zur gleichen Zeit eine Projektwoche mit dem Titel „Demokratie: Hier. Jetzt. Du. Ich. Wir!“ veranstaltet. Hier erkunden Schülerinnen und teilweise auch Lehrerinnen die verschiedenen Facetten des Begriffs „Demokratie“. Etwa 50 unterschiedliche Angebote thematisieren Toleranz, den diskriminierungsfreien Umgang miteinander, Zivilcourage und Partizipation. Workshops, Ausflüge und Projekte sind speziell auf die Lebenswelt der Schülerinnen zugeschnitten, was die ganze Sache noch spannender macht.
Besonders interessant ist der Höhepunkt dieser Woche: Ein Demokratiemarkt mit Ständen von acht Ausstellern. Nach den Ständen gibt es ein digitales Quiz – das klingt nach einer Menge Spaß und einem tollen Weg, um das Gelernte zu vertiefen. Ein zweiter Demokratiemarkt wird durch einen Inklusionsparcours ergänzt, der den Teilnehmerinnen ermöglicht, das Thema Inklusion praktisch zu erfahren. Da wird sicherlich das ein oder andere Aha-Erlebnis dabei sein!
Engagement und Sensibilisierung
Ein eindrucksvolles Erlebnis während des Inklusionsparcours war, als eine Schülerin mit verbundenen Augen einen blindenbetreuten Überweg testete. Solche Aktionen sensibilisieren die Schülerinnen nicht nur für demokratische Werte, sondern auch für Themen wie Fake News und Verschwörungstheorien. Es ist erfreulich zu hören, dass das Interesse an Institutionen wie Bundeswehr, Polizei und Verfassungsschutz gestiegen ist. Über 1.000 Schülerinnen aus etwa 60 Klassen nehmen an dieser Demokratiewoche teil.
Ein weiteres Highlight ist der Schülerfriedenspreis 2023 des Landes, der für die Bemühungen um Demokratiebildung verliehen wird. Außerdem wird eine Wanderausstellung „Gemeinsam gegen Rechtsextremismus“ des Verfassungsschutzes an der Schule gezeigt. Das alles zeigt, wie wichtig solche Projekte für die schulische Bildung sind. Sie schaffen nicht nur Raum für Diskussionen, sondern fördern auch ein Bewusstsein für unterschiedliche Sichtweisen.
Die Idee der Demokratiebildung ist nicht neu, aber sie wird immer relevanter. Weitere Informationen finden Sie in einer umfassenden Studie zur Demokratiebildung, die auf dieser Seite verfügbar ist. Die Projekte in Husum und an der Gesamtschule sind nur zwei Beispiele dafür, wie Schülerinnen in Deutschland aktiv in den Diskurs über demokratische Werte und gesellschaftliche Verantwortung eingebunden werden können. Es bleibt spannend, wie sich diese Initiativen in Zukunft weiterentwickeln werden.
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