Am Sonntag, den 25. Mai 2026, ereignete sich ein bemerkenswerter Einsatz der Seenotretter an der Schlei im Kreis Schleswig-Flensburg, genauer gesagt vor dem Stadtteil Holm. Ein Amphibienfahrzeug, dessen Motor aufgrund eines Schadens nicht mehr anspringen wollte, meldete sich um 13 Uhr bei der deutschen Rettungsleitstelle See, dem MRCC Bremen. Der Fahrer und seine Beifahrerin steckten fest und konnten das Ufer nicht aus eigener Kraft erreichen. Es war ein klassischer Fall für die mutigen freiwilligen Seenotretter, die sich auf solche Situationen spezialisiert haben.
Die Seenotretter aus Maasholm wurden alarmiert und machten sich mit dem Boot „HELLMUT MANTHEY“ auf den Weg. Komischerweise war das Seenotrettungsboot „HERWIL GÖTSCH“ gerade in der Werft. Vor Ort stellten die Retter fest, dass das Amphibienfahrzeug keine geeigneten Klampen oder Poller zur Befestigung einer Schleppleine hatte. Aber der Fahrer hatte vorgesorgt und ein Seil an der unter Wasser liegenden Schleppöse des Fahrzeugs angebracht. So konnten die Seenotretter die Leine an der „HELLMUT MANTHEY“ befestigen und das Fahrzeug in Richtung Haddeby ziehen.
Eine Premiere für die Seenotretter
Für die freiwilligen Seenotretter war dieser Einsatz eine Premiere. Es kommt nicht häufig vor, dass sie ein Amphibienfahrzeug retten müssen. Während des Schleppvorgangs gab es einige Herausforderungen. Das flache Wasser erforderte, dass ein Seenotretter in einen Überlebensanzug schlüpfte und ins Wasser stieg, um das Auto die letzten Meter zum Ufer zu ziehen. Mit Muskelkraft und einem klaren Ziel vor Augen zogen sie das Gefährt schließlich ans Ufer. Glücklicherweise gab es bei diesem ungewöhnlichen Einsatz keine Verletzten.
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die für die Seenotrettung in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee zuständig ist, betreibt die deutsche Rettungsleitstelle See und hat im Laufe ihrer Geschichte schon zahlreichen Menschen aus der Seenot geholfen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1865 hat die DGzRS mehr als 87.000 Menschen in Gefahr gerettet. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Beiträgen, was zeigt, wie wichtig die Unterstützung der Bevölkerung für die Sicherheit auf dem Wasser ist. Die ehrenamtlichen Seenotretter sind rund um die Uhr und bei jedem Wetter im Einsatz, was ihren unermüdlichen Einsatz für die Sicherheit auf den Gewässern eindrucksvoll unterstreicht.
Für die Retter an diesem Tag war es ein weiterer Beweis dafür, dass sie in Notsituationen schnell und effektiv handeln können. Und wer weiß, vielleicht wird dieser Einsatz eines Tages in die Geschichte der Seenotrettung eingehen. Für weitere Informationen über die DGzRS und wie man sie unterstützen kann, lohnt sich ein Blick auf ihre Webseite, die auch Alarmierungsmöglichkeiten im Seenotfall bietet: Hier klicken.
