Heute ist der 27. Juni 2026, und in Schleswig-Holstein hat die Geburten-Saison der Fledermäuse begonnen. Ein aufregendes Ereignis für die Tierwelt und auch für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die sich um diese faszinierenden Geschöpfe kümmern. Eine von ihnen ist Susanne Lenhard aus Wedel, die seit neun Jahren als Fledermausretterin aktiv ist. Um den kleinen Flugkünsten noch näher zu sein, gab sie ihre Hamburger Mietwohnung auf und kaufte ein Haus in Schleswig-Holstein. Die Entscheidung war wohl überlegt, denn die Pflege der Fledermäuse erfordert große Hingabe und auch ein passendes Umfeld.

Aktuell versorgt Lenhard 15 Fledermäuse, darunter die kleinen Zwerg- und Mückenfledermäuse sowie eine ganz besondere Breitflügelfledermaus namens „Jarl“. Besonders aufregend ist die Aufzucht von „Momo“, dem ersten Jungtier des Jahres, das als Neugeborenes allein gefunden wurde. Momo wiegt gerade mal 1,8 Gramm und wird von Lenhard alle anderthalb Stunden mit Aufzuchtmilch gefüttert. Nach fünf Wochen soll Momo flugfähig sein und in die Freiheit entlassen werden. Diese kleinen Wesen sind nicht nur niedlich, sondern auch wahre Schädlingsbekämpfer – eine Zwergfledermaus kann bis zu 1.000 Mücken pro Nacht verputzen!

Die Herausforderung der Fledermauspflege

In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt 15 Fledermausarten, von denen nur zwei als ungefährdet gelten. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang der Teichfledermauspopulation, während die Wasserfledermaus stabil bleibt. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig: energetische Sanierungen, der Verlust alter Bäume, und der Einsatz von Pestiziden setzen diesen Tieren stark zu. Hohe Temperaturen während der Geburten-Saison führen zudem dazu, dass viele Muttertiere ihre Quartiere verlassen und ihre Jungtiere zurücklassen. Dies hat zur Folge, dass das Netzwerk, dem Lenhard angehört – die „NABU-Fledermauspflegegruppe Schleswig-Holstein“ – einen Anstieg an Notrufen verzeichnet und dringend weitere ehrenamtliche Helfer benötigt, vor allem an der Westküste und in der Region Kappeln.

Die Pflege von Fledermäusen ist nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern erfordert auch Sachkenntnis. Viele Menschen haben diese Tiere noch nie gesehen, da sie sich in Baumhöhlungen und Gebäuden verstecken. Die NABU arbeitet eng mit einem Netzwerk von ehrenamtlichen Pfleger*innen zusammen und bietet regelmäßige Fortbildungen an. Dabei wird auch auf die Erstversorgung der verletzten Fledermäuse eingegangen – ein Karton mit Küchenkrepp kann hier schon helfen, um die Tiere sicher unterzubringen, bis Experten kontaktiert werden. Diese Unterstützung ist unerlässlich, denn bei schweren Verletzungen kann es leider notwendig sein, ein Tier von seinem Leid zu erlösen.

Fledermäuse und ihre Bedeutung

Weltweit gibt es über 1.400 Fledermausarten, die meisten davon in tropischen Klimazonen. In Deutschland sind 25 verschiedene Arten heimisch, doch viele sind stark gefährdet. Die Bestände sind seit den 1950er Jahren dramatisch gesunken, und die Hauptbedrohungen sind der Verlust von Lebensräumen durch Landwirtschaft und Vorurteile gegenüber diesen faszinierenden Tieren. Fledermäuse benötigen Insekten als Hauptnahrungsquelle und nutzen Ultraschall-Echoortung, um ihre Beute zu finden. Es ist also nicht nur wichtig, diese Tiere zu schützen, sondern auch ihre Lebensräume zu erhalten.

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Die NABU-Fledermaus-Hotline in Schleswig-Holstein, erreichbar unter 0700 – 23 0000 23, bietet Unterstützung für alle, die helfen möchten. Wer sich für den Schutz der Fledermäuse engagieren will, kann auch spenden. Das Spendenkonto für die NABU-Landesstelle Fledermausschutz lautet: IBAN DE80 2305 1030 0000 0740 20, BIC NOLADE21SHO. Mit jeder kleinen Hilfe kann man einen großen Unterschied machen und dazu beitragen, dass diese einzigartigen Tiere auch in Zukunft ihre Flugkünste am Nachthimmel zeigen können.

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