In Glinde geht es drunter und drüber! Seit Monaten sorgen aggressive Wildschweine im Wohngebiet für helle Aufregung. Anwohner wie Corina und Oliver Scheer müssen immer wieder Schäden in ihrem Garten reparieren – und das Ausmaß ist alarmierend! „Der Schaden beläuft sich auf etwa 25.000 Euro“, berichtet Oliver, während er den zerschundenen Garten inspiziert. Nachts, genau um 22 Uhr, kommen die ungebetenen Gäste immer wieder vorbei und verwüsten jeden Winkel.
Die Scheers haben schlaflose Nächte und können ihren Garten nur noch tagsüber nutzen. „Ich habe einfach Angst“, gesteht Corina. Oft stehen die Wildschweine direkt vor der Haustür und machen den Weg ins Freie gefährlich. Doch sie sind nicht allein! Viele andere Hauseigentümer im Norden von Glinde erleben das gleiche Chaos. Wildschweine finden in den unbewirtschafteten Feldern in der Nähe ein perfektes Versteck, das zur Plage für die Anwohner wird.
Jäger im Einsatz gegen die Plage
Die Stadt hat die Kreisjägerschaft Stormarn um Hilfe gebeten, um die Wildschweinpopulation in den Griff zu bekommen. „Wildschweine sind unglaublich anpassungsfähig und schlau“, erklärt Jäger Michael Medag. Ihre Stealth-Taktiken ermöglichen es ihnen, unbemerkt Futter in den Gärten der Anwohner zu finden. Angesichts der rasant wachsenden Population, begünstigt durch die milden Winter und die Nahrungssituation, ist der Druck auf die Jagd enorm. In nur vier Jahrzehnten hat sich die Anzahl der erlegten Wildschweine von 2.400 auf über 10.000 erhöht!
Die Jäger sind bereits zwei- bis dreimal in der Woche im Einsatz, aber die Jagd ist gefährlich! „Die Kugeln müssen so abgefeuert werden, dass sie nicht aufprallen und Unbeteiligte gefährden“, erklärt Medag. Bis jetzt haben sie zehn Wildschweine erlegt, doch der Druck auf die Tiere bleibt hoch. Oliver und Corina Scheer ziehen in Erwägung, einen Wildschutzzaun um ihren Garten zu errichten, in der Hoffnung, bald wieder unbeschwert die Abende unter freiem Himmel genießen zu können.