Heute ist der 21.05.2026 und es gibt Neuigkeiten aus der Welt der Kryptowährungen, die auch für uns hier in Österreich von Interesse sein dürften. Die US-Notenbank Federal Reserve hat einen neuen Vorschlag in der Pipeline, der Krypto-Unternehmen betreffen könnte. Sie nennt diese neuen Konten „Skinny Accounts“. Sie sind eine Art abgespeckte Version der klassischen Master Accounts, die den Unternehmen Zugang zu einigen Zahlungsdiensten der Zentralbank ermöglichen, jedoch nicht in vollem Umfang. Wirklich spannend wird es, wenn man bedenkt, dass diese Konten nicht den gleichen Status wie die traditionellen Master Accounts haben – sprich, die Inhaber erhalten keinen Zugang zu Intraday-Krediten oder Zinsen auf Guthaben.
Der Vorschlag wird nun für eine 60-tägige Kommentierungsphase geöffnet, was bedeutet, dass die Branche die Möglichkeit hat, ihre Meinungen und Bedenken zu äußern. Krypto-Firmen könnten durch diese neuen Konten in der Lage sein, Zahlungen direkt über die Infrastruktur der Federal Reserve abzuwickeln. Dadurch könnten Transaktionen schneller und günstiger werden, was für viele Unternehmen ein großer Vorteil wäre. Ein Punkt, der in der Industrie auf großes Interesse stößt, ist, dass diese Entwicklung die Abhängigkeit von Partnerbanken verringern könnte.
Politischer Druck und regulatorische Einflüsse
Interessanterweise steht hinter dieser Initiative auch ein gewisser politischer Druck. US-Präsident Donald Trump hat eine Executive Order unterzeichnet, die die Federal Reserve und alle Finanzregulatoren anweist, den Zugang von Nicht-Banken zur zentralen Zahlungsinfrastruktur zu überprüfen. In dieser Order wird nicht nur gefordert, bestehende Regeln auf Innovationshindernisse zu prüfen, sondern auch, dass die Fed innerhalb von 90 Tagen ein transparentes Antragsverfahren für Master Accounts einrichtet. Das betrifft nicht nur die Fed Master Accounts, sondern auch Systeme wie Fedwire und FedNow.
Diese Schritte scheinen eine Reaktion auf die Herausforderungen in der Krypto-Branche zu sein, insbesondere nach dem FTX-Kollaps. Krypto-Unternehmen, die keinen Master Account haben, sind auf Korrespondenzbanken angewiesen, was zusätzliche Gebühren und Risiken mit sich bringt. Hier könnte die Einführung der „Skinny Accounts“ helfen, diese Abhängigkeiten zu verringern. Kraken Financial, ein Krypto-Unternehmen, erhielt bereits einen solchen Master Account von der Federal Reserve Bank of Kansas City, was die Bankenlobby mächtig verärgerte, da es vor dem Abschluss des „Skinny“-Frameworks geschah.
Ausblick und Reaktionen
Die Diskussion über die neuen Kontomodelle und deren Auswirkungen auf die Krypto-Branche ist in vollem Gange. Die Federal Reserve hat bereits signalisiert, dass sie die Krypto-Services als „high-risk innovation“ betrachtet. Das bedeutet, dass wir in den kommenden Monaten mit weiteren Entwicklungen rechnen können, sowohl in den USA als auch hier in Europa. Klar ist, die Branche steht vor einem Umbruch, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden.
Ein weiterer Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte: Der Zugang zu diesen neuen Konten könnte auch für unversicherte Einlageinstitute und Nicht-Bank-Finanzunternehmen evaluiert werden. Das könnte auch Instituten wie der Custodia Bank zugutekommen, die in der Vergangenheit mit ihrem Antrag auf einen Master Account gescheitert ist. Es wird sicherlich spannend, die Reaktionen der verschiedenen Akteure in der Branche zu beobachten und wie sie sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen.
Die Entwicklungen rund um die „Skinny Accounts“ und die Executive Order von Trump zeigen, dass die Krypto-Branche weiterhin in Bewegung ist und sich an die regulatorischen Rahmenbedingungen anpassen muss. Die nächsten Monate könnten entscheidend dafür sein, wie sich der Sektor weiter entfaltet.