Im Altenburger Land gibt es einen besonderen Ort, der nicht nur Historie atmet, sondern auch die Seele berührt: den Stadtfriedhof von Altenburg. Dieser ist einer der ältesten noch genutzten Stadtfriedhöfe in Deutschland, und die Beisetzungen hier reichen bis zum 6. Juni 1529 zurück. Auf einer Fläche von etwa 15 Hektar finden sich nicht nur letzte Ruhestätten, sondern auch beeindruckende historische Grabmale, die von den Führungen über diesen einzigartigen Ort präsentiert werden. Die Führungen bieten spannende Einblicke in die Architektur, die Landschaftsgestaltung und die Kultur des Friedhofs und sind ein echtes Erlebnis. Man kann die Gottesackerkirche und die Friedhofskapelle mit ihren alten Leichenhallen besuchen – ein Blick hinter die Kulissen, der sonst verborgen bleibt. Andreas Stabrey, der Friedhofsführer, leitet die Touren, die jeden Samstag um 14 Uhr beginnen und etwa zwei Stunden dauern. Und die Liste der Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, ist bemerkenswert: darunter Prof. Ernst Amende, Bernhard von Lindenau, Alfred Wanckel und Ernst-Müller-Gräfe.
Die Führungen sind nicht nur informativ, sondern auch eine wunderbare Gelegenheit, einen Blick auf die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner zu werfen. Interessierte treffen sich am Haupteingang des ehemaligen kirchlichen Friedhofs an der Friedhofskapelle. Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, findet alle Informationen auch online unter diesem Link.
Erhaltungsmaßnahmen und zukünftige Projekte
Im vergangenen Jahr wurden am Städtischen Friedhof am Grüntaler Weg umfangreiche Arbeiten durchgeführt, die sowohl dem Erhalt als auch der Verschönerung des Friedhofs dienten. Besonders hervorzuheben sind die Restaurierung von zwei großen Bleiglasfenstern im Altarbereich der Friedhofskapelle, die durch die Restauratorin Kathrin Rahfoth ausgeführt wurden. Vor dem Einbau der Fenster war es notwendig, Steinmetzarbeiten an den Steingewänden durchführen zu lassen, die von der Steinmetzwerkstatt „Christian Späte GmbH“ aus Zeitz erledigt wurden. Dank der großzügigen Unterstützung zahlreicher Spender und des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie konnten diese Maßnahmen finanziert werden.
Im Jahr 2023 sind weitere Arbeiten geplant, um die historische Substanz des Friedhofs zu erhalten. Dazu gehört auch die Instandsetzung der baufälligen Treppenanlage an der Fürstengruft sowie die Sanierung einer Treppenanlage in Abteilung C zur Vermeidung von Stürzen. Die Friedhofsverwaltung zeigt sich dankbar für die positive Resonanz auf den öffentlichen Aufruf zu Patenschaften für denkmalgeschützte historische Grabmale – so wurden im vergangenen Jahr bereits vier Patenschaften besiegelt.
Besondere Veranstaltungen und Jubiläum
Die Friedhofsführungen haben im Vorjahr am letzten Samstag des Monats von April bis Oktober stattgefunden und erfreuten sich mit über 200 Teilnehmern großer Beliebtheit. Diese Tradition soll auch 2023 fortgeführt werden. Wer sich für die Geschichte und die Geschichten hinter den Grabsteinen interessiert, hat also auch in Zukunft die Möglichkeit, daran teilzunehmen. Und nicht zu vergessen: Der Friedhof wird 2029 sein 500-jähriges Jubiläum feiern – ein Meilenstein, auf den die Stadt stolz sein kann.
Spenden für weitere Vorhaben und zur Unterstützung des Erhalts sind jederzeit willkommen. Interessierte können ihre Beiträge auf das Konto DE 15 8305 0200 1111 002 700 bei der Sparkasse Altenburger Land überweisen, dabei bitte den Verwendungszweck angeben. Wer sich für die Geschichte und den Erhalt dieses besonderen Ortes interessiert, hat hier die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken und Teil der Gemeinschaft zu werden.
Altenburg zeigt damit, dass Geschichte nicht nur im Bücherregal lebt, sondern auch im alltäglichen Leben – auf einem Friedhof, der mehr ist als nur ein Ort des Abschieds. Die Mischung aus Erhaltungsmaßnahmen und lebendigen Führungen macht den Friedhof zu einem Ort voller Geschichten und Erinnerungen, die es zu entdecken gilt.