Heute ist der 2.05.2026 und die Kulturstadt Erfurt steht vor einem spannenden Umbruch. Denn das Theater Erfurt hat einen neuen Interims-Intendanten: Christian Illgen. Er wird die Geschicke des Theaters ab der kommenden Spielzeit 2026/27 für zwei Jahre leiten. Illgen, der bislang als Künstlerischer Betriebsdirektor am Theater Cottbus tätig war, tritt die Nachfolge von Malte Wasem an, der das Theater auf eigenen Wunsch verlässt. Die Zustimmung des Erfurter Stadtrats für Illgens Personalie wird am 20. Mai erwartet und gilt als Formalie.
Seine neue Position wird Illgen am 1. August 2026 antreten, nur eine Woche vor den berühmten Domstufenfestspielen. Diese Festspiele, die in der malerischen Kulisse der Erfurter Altstadt stattfinden, werden sicherlich eine besondere Herausforderung für den neuen Intendanten darstellen. Illgen hat bereits angekündigt, einen Projektplan zur Wiedereinführung der Schauspielsparte zu entwickeln – eine wichtige Entscheidung, die das Theater in der Stadt stabilisieren und die Verbindung zum Publikum stärken soll. In der Vergangenheit war das Theater Erfurt durch Vorwürfe des Machtmissbrauchs und sexualisierter Gewalt in Schwierigkeiten geraten, was die Notwendigkeit einer soliden Führung unterstreicht.
Christian Illgen: Ein Mann mit Erfahrung
Illgen, 1978 in Freiberg geboren und aufgewachsen in Dresden, bringt eine Vielzahl an Erfahrungen mit. Er hat Jura studiert, aber sein Herz schlägt für die Kunst und Kultur. Von 2015 bis 2026 war er als Künstlerischer Betriebsdirektor und Chefdisponent am Staatstheater Cottbus tätig. Dass er die künstlerische Arbeit mit dem Ensemble, dem Opernchor und dem Philharmonischen Orchester in Erfurt schätzt, hat er bei seiner Vorstellung in der heutigen Mitarbeiterversammlung betont. Oberbürgermeister Andreas Horn und Dezernent Steffen Linnert führten die Vorstellung durch und zeigten sich begeistert von Illgens Visionen.
Eine seiner großen Herausforderungen wird es sein, den Theatertransformationsprozess voranzutreiben. Illgen hat bereits Erfahrungen im Umgang mit schwierigen Personalfragen gesammelt, besonders während seiner Zeit in Cottbus. Das Theater Erfurt, das zuletzt durch eine Kündigung des langjährigen Intendanten Guy Montavon im Sommer 2024 in die Schlagzeilen geriet, benötigt Stabilität und einen klaren Kurs. Illgen hat sich optimistisch über die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Ensemble geäußert und betont, dass das Verhältnis zwischen dem Theater und seinem Publikum essenziell für die kulturelle Landschaft der Stadt ist.
Ein Blick in die Zukunft
Für die Spielzeit 2028/29 wird eine reguläre Intendanz ausgeschrieben, doch bis dahin liegt es an Illgen, die Weichen zu stellen. Er möchte das Theater nicht nur stabilisieren, sondern auch die Rückkehr der Schauspielsparte vorbereiten, die als Signal der Stadt Erfurt gilt. Diese Wiedereinführung könnte für viele Theaterbesucher eine aufregende Wendung darstellen. Illgen ist sich der Herausforderungen bewusst, die vor ihm liegen, und zeigt sich bereit, diese anzunehmen.
Seine Zeit auf Borneo nach dem Zivildienst hat Illgen geprägt – eine interessante Anekdote, die zeigt, dass sein Lebensweg alles andere als gewöhnlich war. Von der künstlerischen Leitung internationaler Wettbewerbe bis hin zu Führungspositionen in der Kultur zeigt sich, dass Illgen ein vielseitiger und erfahrener Kulturmanager ist. Die kommenden Monate werden zeigen, wie er die Herausforderungen am Theater Erfurt meistern wird.
Die Kulturwelt in Erfurt darf gespannt sein, was Christian Illgen als neuen Impulsgeber bringen wird. Mit einem klaren Fokus auf die künstlerische Arbeit und das Publikum könnte er das Theater Erfurt auf ein neues Level heben und frischen Wind durch die ehrwürdigen Mauern wehen lassen.