Heute ist der 8. Mai 2026 und die Stadt Gera feiert ein ganz besonderes Ereignis. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des tänzerischen Aufbruchs wird das Internationale Ballett Festival Gera 26 veranstaltet. Vom 8. bis 21. Mai wird das Thüringer Staatsballett in Zusammenarbeit mit internationalen Spitzenensembles ein Programm präsentieren, das die Herzen der Tanzliebhaber höher schlagen lässt. Dieses Festival wird nicht nur eine Hommage an die Tanzikone Yvonne Georgi sein, sondern auch eine Feier der modernen Tanzkunst, die sie 1925 am Reußischen Theater in Gera revolutionierte.
Georgi, die in Dresden bei der legendären Mary Wigman im modernen künstlerischen Tanz ausgebildet wurde, hat Gera zu einem wichtigen Ort für modernen Tanz gemacht. Unter der Leitung von Norbert Skowronik wird das Festival eröffnet mit einer Premiere von „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew, musikalisch geleitet von Ruben Gazarian und choreografiert von dem jungen Emanuel Babici, der erst 22 Jahre alt ist. Das zeigt, wie vielversprechend die Zukunft des Tanzes hier aussieht.
Ein umfangreiches Programm
Das Festival hat eine beeindruckende Liste von Gästen zu bieten. Das Boston Dance Theater, gegründet von Jan Veen, wird zu sehen sein, ebenso wie Sasha Waltz & Guests mit ihrem Stück „In C“. Das Aalto Ballett Essen bringt „Carmen“ mit, und das Bundesjugendballett unter der Leitung von John Neumeier zeigt „Die Unsichtbaren“, ein kraftvolles Stück über Ausgrenzung im Nationalsozialismus. Ein weiteres Highlight ist der Strawinsky-Doppelabend mit „Jeu de Cartes/Pulcinella“, choreografiert von John Cranko, und einstudiert von Reid Anderson zusammen mit dem Thüringer Staatsballett.
Das Festival wird zudem durch eine Ausstellung namens „Bravo Gera!“ in der Orangerie Gera ergänzt, die eine Verbindung zu dem berühmten Maler Otto Dix herstellt. Dies zeigt, wie eng Kunst und Tanz hier in Gera miteinander verwoben sind. Ein Film über John Cranko, der 2025 produziert wurde, wird im Theatersaal Gera gezeigt und bietet einen weiteren Einblick in die Welt des Balletts.
Ein Erbe, das weiterlebt
Es ist kaum zu fassen, wie viel dieser Ort für die Tanzkultur bedeutet. Yvonne Georgis Einfluss auf das Ballett ist unermesslich, und ihr Erbe wird während des Festivals in all seinen Facetten gefeiert. Gera, einst im Schatten der großen Metropolen, hat sich zu einem kulturellen Hotspot entwickelt, der Tänzer und Choreografen aus aller Welt anzieht. Das Festival ist ein Beweis dafür, dass der moderne Tanz hier nicht nur gelebt, sondern auch geliebt wird.
In den kommenden zwei Wochen wird Gera zu einem Schmelztiegel der Kreativität und eine Bühne für Tanzbegeisterte aller Altersgruppen. Die Vorfreude auf die Aufführungen ist spürbar, und es bleibt spannend, welche neuen Talente und innovativen Ideen die Zuschauer erwarten. Die Verbindung von Geschichte und Zukunft, von Tradition und Moderne – das ist es, was das Ballett Festival Gera so besonders macht.