Am Freitag wurde in Gotha eine neue Altholzaufreinigungsanlage der Firma Sauerland Spanplatte eröffnet. Diese innovative Anlage hat das Ziel, Späne aus aufbereitetem Altholz zu produzieren, was nicht nur die Recyclingquote erhöhen, sondern auch die Kosten für die Firma senken soll. Bisher bezog das Unternehmen Späne und Hackschnitzel von Sägewerken aus dem Sauerland und Thüringen. Am Standort Gotha sind bereits 200 Beschäftigte in einem Drei-Schicht-Betrieb aktiv, wo Röhrenspanplatten für Innentüren gefertigt werden. Die Produkte der Firma werden in 70 Länder exportiert, wobei der Exportanteil bei stolzen 50 Prozent liegt.
Die Investition in die neue Anlage und eine Lagerhalle beträgt insgesamt 16 Millionen Euro. Das neue Gebäude, das 34 Meter hoch ist, befindet sich am Rand des Betriebsgeländes, in unmittelbarer Nähe zum Gothaer Flugplatz. Diese Lage sorgt jedoch für Kontroversen: Der Aero Club hat Bedenken geäußert, da die Anlage in der Einflugschneise des Flugplatzes liegt und möglicherweise den Flugbetrieb gefährden könnte. Der Verein beruft sich dabei auf DDR-Recht zur Flugsicherheit, was jedoch keinen sofortigen Baustopp zur Folge hat. Außerdem haben die Mitglieder des Flugvereins Anzeigen wegen eines angeblich zu hohen Baukrans gestellt.
Rechtsstreit und Auswirkungen auf den Flugbetrieb
Die Gothaer Polizei sieht sich in dieser Angelegenheit als nicht zuständig und hofft auf eine baldige Entscheidung im Rechtsstreit. Besonders besorgt ist der Aero Club über die möglichen Konsequenzen für die 33 Flugschüler, die die meisten der 1.500 bis 2.000 Starts und Landungen pro Jahr absolvieren. Ortsunkundige Piloten könnten aus Sicherheitsgründen geneigt sein, den Flugplatz zu meiden. Ein Versuch einer Einigung zwischen dem Spanplattenwerk und dem Flugverein ist bisher ausgeblieben, was die Situation weiter zuspitzt.
Die Eröffnung der neuen Anlage fällt in eine Zeit, in der das Thema Recycling von Altholz immer mehr an Bedeutung gewinnt. Der Fraunhofer WKI hat in diesem Zusammenhang betont, dass die Kaskadennutzung von Holz für dessen wiederholte Nutzung entscheidend ist. Die korrekte Klassifizierung von Holz entsprechend den Altholzkategorien ist unerlässlich, um die Rückgewinnungsquote zu erhöhen. Forschung und Entwicklung neuer Verwertungsansätze sind ebenfalls in vollem Gange, wobei auch das Up-Cycling von Altholz und die Aufbereitung von großen Querschnitten im Fokus stehen. Diese Entwicklungen könnten langfristig nicht nur die Recyclingquote steigern, sondern auch neue strategische Rohstoffquellen erschließen und somit einen nachhaltigen Beitrag zur Umwelt leisten.
Für weitere Informationen zu den Entwicklungen im Bereich Altholzrecycling und den damit verbundenen Technologien können Sie die ausführliche Darstellung auf der Website des Fraunhofer WKI nachlesen: Fraunhofer WKI.