Heute ist der 26.05.2026 und wir blicken auf ein besonderes Ereignis im malerischen Greiz. Hier wurde der neue Film von Eva Trobisch feierlich präsentiert. Ihr dritter Spielfilm trägt den Titel „Etwas ganz Besonderes (Home Stories)“ und ist ein weiterer Beweis für ihr schauspielerisches Können und ihre kreative Vision. Trobisch, geboren 1983 in Ostberlin und mit einem beeindruckenden Bildungshintergrund, hat schon mit ihren früheren Arbeiten, wie „Alles ist gut“ und „Ivo“, auf sich aufmerksam gemacht. Es ist spannend zu sehen, wie sie sich als Regisseurin weiterentwickelt und mit jedem neuen Werk neue Aspekte des Lebens beleuchtet.

Der Film dreht sich um die orientierungslosen Jugendlichen, insbesondere um die Protagonistin Lea, die aus der ostdeutschen Provinz stammt und sich auf den Weg nach München macht, um an einer Casting-Show teilzunehmen. Diese Reise ist nicht nur eine physische, sondern auch eine emotionale. Leas Fragen nach ihrer Identität und dem, was es bedeutet, wirklich man selbst zu sein, sind zentrale Themen des Films. Es ist fast schon ein Spiegelbild der Herausforderungen, mit denen viele junge Menschen heutzutage konfrontiert sind.

Ein Blick auf die Figuren

Die familiären Verhältnisse von Lea sind angespannt. Ihre Mutter Rieke ist hochschwanger von einem anderen Mann und hat den Kontakt zu Lea verloren. Ihr Vater Matze kämpft mit der Trennung von Rieke und ist oft abwesend. Die Großeltern, die einen Gasthof betreiben, sehen sich mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert, da potenzielle Kunden aus dem rechtsradikalen Spektrum stammen. Und dann gibt es noch die Tante Kati, die nach Greiz zurückgekehrt ist, um das Heimatmuseum zu leiten, aber im Ort auf heftige Ablehnung stößt. Trobisch beleuchtet in ihrem Film die Konflikte und Brüche innerhalb dieser Familie über drei Generationen hinweg und wirft dabei einen kritischen Blick auf die Themen Kollektivismus und Individualismus.

Die Premiere des Films fand im Wettbewerb der Berlinale statt und eröffnet gleichzeitig das Neiße-Festival im Dreiländereck. Es ist ein großer Moment für Trobisch, die bereits mit ihrem Debütfilm in Locarno für Aufsehen sorgte und ihren zweiten Film in der Encounters-Sektion der Berlinale präsentierte. Kritiker loben die Idee, doch einige bemängeln, dass der Film hinter seinen Ambitionen zurückbleibt. Immerhin zeigt er, wie Leas Teilnahme an der Casting-Show positive Gefühle zwischen ihren getrennten Eltern weckt. Das ist immerhin ein Fortschritt!

Ein Film mit vielschichtigen Themen

Die Geschichten der Familienmitglieder sind tief miteinander verwoben, und die verschiedenen Erfahrungen der drei Generationen mit dem Systemwechsel bieten einen interessanten historischen Kontext. Greiz als Handlungsort gibt dem Film ein unerwartetes Bild der ostdeutschen Provinz, das viele Zuschauer überraschen könnte. Mit einem Ensemble von talentierten Schauspielern wie Frida Hornemann, Max Riemelt, Rahel Ohm und Eva Löbau wird die emotionale Tiefe der Charaktere greifbar. Man fühlt förmlich die Last, die auf Leas Schultern lastet, während sie versucht, ihren Platz in der Welt zu finden.

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Abgerundet wird Trobischs beeindruckende Filmografie von ihrer Arbeit für das Theater und ihre Rolle in der Produktionsfirma Trimafilm. Die Regisseurin, die im Jahr 2024 von „Variety“ als eine der „10 Directors to Watch“ benannt wurde, hat sich als eine wichtige Stimme im deutschen Film etabliert. Mit jedem ihrer Werke, einschließlich ihrer kommenden Projekte, wird deutlich, dass sie nicht nur Geschichten erzählt, sondern auch Kulturen und Generationen miteinander verbindet.

Für alle, die die Möglichkeit haben, diesen Film zu sehen, wird es sicherlich eine fesselnde Erfahrung. Ob man nun selbst aus der Provinz kommt oder nicht, die Fragen, die Trobisch aufwirft – über Identität, Familie und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt – sind universell. Und das ist es, was guten Film ausmacht. Der Zuschauer wird nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken angeregt. Ein echtes Highlight im diesjährigen Filmkalender!

Wer mehr über den Film und die Regisseurin erfahren möchte, kann sich auf der MDR-Website informieren. Es lohnt sich!