Hildburghausen lehnt Windkraftpläne ab: Kreistag positioniert sich gegen neue Vorranggebiete
In Hildburghausen, einer Stadt in Südthüringen, hat der Kreistag kürzlich eine klare Position gegen die umstrittenen Windkraftpläne bezogen. Die Sitzung am Donnerstag brachte fast einstimmig einen Beschluss hervor, der die Kritik an den Windvorranggebieten im neuen Regionalplan bündelt. Diese kritische Stellungnahme wird nun vom Landrat an die Regionale Planungsgemeinschaft gesendet. Das sorgt für Aufregung im Landkreis, denn die Pläne, die am 18. Mai 2026 öffentlich auslagen, haben für viel Unmut gesorgt.
Der Entwurf sieht vor, dass 40 neue Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen werden, die sich über insgesamt rund 7.483 Hektar erstrecken. Das entspricht 1,8 % der gesamten Regionsfläche und ist eine Fläche, die man sich eigentlich kaum vorstellen kann – das sind etwa 75 Quadratkilometer, also mehr als 10.500 Fußballfelder! Auf den ersten Blick klingt das nach einer guten Nachricht für die Energiewende, doch die betroffenen Bürger fühlen sich oft übergangen. Sie haben bis zum 20. Juli 2026 Zeit, Stellungnahmen zu den Plänen einzureichen, was eine Art von Mitbestimmung darstellt, aber ob dies ausreicht, bleibt fraglich.
Kritik an der Vorgehensweise
Die Kritik am Verfahren ist laut und deutlich. Ein wesentlicher Punkt ist, dass die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden zwar in der Vorphase eingebunden wurden, jedoch unter Verschwiegenheit. Eine direkte demokratische Legitimation für die konkreten Entscheidungen fehlt, was die Bürger zusätzlich verunsichert. Wenn ein Gebiet als Vorranggebiet festgelegt wird, sind die Widerspruchsmöglichkeiten im späteren Genehmigungsverfahren stark eingeschränkt. Das sorgt für zusätzlichen Unmut, denn letztlich entscheiden ein Gremium aus Landräten und Oberbürgermeistern über die windigen Pläne.
Zusätzlich zu den neuen Vorranggebieten werden 14 rechtskräftige Gebiete des vorherigen Regionalplans abgelöst. Das bedeutet, dass bestehende und genehmigte Windenergieanlagen ihren Bestandsschutz behalten, aber nicht mehr Teil der neuen Plankulisse sind. Ein weiterer Punkt ist, dass der Großteil der neuen Flächen im Wald liegt, wo Windkraftanlagen ursprünglich ausgeschlossen waren. Die Diskussion um die Windkraft hat also mehrere Dimensionen, und die Sorgen der Bürger sind nicht unbegründet.
Bürgerbeteiligung und neue Leitfäden
Ein wichtiger Aspekt der Windkraftentwicklung sind die Bürgerbeteiligungen. eueco hat dazu 2021 und 2023 Leitfäden veröffentlicht, die sich speziell mit finanzieller Bürgerbeteiligung beschäftigen. Diese Angebote richten sich an Projektträger, Stadtwerke und Kommunen, die sich um eine bessere Integration der Bürger bemühen. Josef Baur, Geschäftsführer von eueco, betont, dass es viele Fragen zu den Rahmenbedingungen und der Ausgestaltung der Beteiligung gibt. Die Leitfäden bieten Orientierung und zeigen neue Formate wie Strombonus- und Anwohnerstrommodelle auf.
Es bleibt abzuwarten, wie die Bürger auf die aktuellen Pläne reagieren werden. Werden sie sich aktiv in den Prozess einbringen oder bleibt der Unmut über die Windkraftprojekte bestehen? Die nächsten Monate könnten entscheidend sein für die Akzeptanz der Windkraft in der Region. Auf jeden Fall ist eines klar: Die Diskussion um die Windkraft ist erst am Anfang und wird auch die nächsten Jahre beschäftigen. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden.
Ein modernes Nachrichtenportal muss für alle Menschen zugänglich sein. Deshalb haben wir unser Magazin mit VeloCore konsequent nach WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt - die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom.
