Ilm-Kreis setzt Zeichen für Demokratieförderung trotz Kontroversen
Heute ist der 3.07.2026 und der Ilm-Kreis steht im Zentrum eines spannenden politischen Geschehens. Die Diskussion um das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ist wieder voll entbrannt. Nach einem beschlossenen Antrag des Kreistages, die Mittel im Haushalt wieder zu verankern, scheint es, als wolle der Ilm-Kreis ein starkes Zeichen für die Demokratieförderung setzen. Am 02.07.2026 wurde beschlossen, eine zusätzliche Ausgabe von 164.000 Euro in den Haushalt aufzunehmen. Dies ermöglicht den Zugriff auf Fördermittel von Bund und Land, die für geplante Projekte in diesem Jahr genutzt werden sollen. Die Wiederaufnahme der Mittel wurde mehrheitlich angenommen, wobei die AfD-Fraktion dagegen stimmte und sich die Freie Wählergemeinschaft (FWG) enthielt.
Der Kreistag hat dabei nicht nur die Bedeutung der Demokratieförderung betont, sondern auch signalisiert, dass sie eine unverzichtbare Aufgabe ist. Besonders spannend ist, dass ein Änderungsantrag der CDU/FDP-Fraktion den ursprünglichen Antrag von Linke, SPD und Grünen ergänzt hat. Dieser sieht vor, dass alle Kreistagsfraktionen zu den Sitzungen des Bündnisses der Partnerschaft für Demokratie eingeladen werden sollen. Damit soll die Transparenz erhöht werden. Zudem wird die Geschäftsordnung des Bündnisses geändert, um alle Formen von Extremismus anzugehen.
Kontroversen und Widerstände
Die Diskussion um die Mittel ist jedoch nicht ohne Spannungen abgegangen. Ursprünglich hatte die AfD beantragt, sämtliche Mittel aus dem Programm „Demokratie leben!“ zu streichen, was zu bundesweiter Aufmerksamkeit führte. Ende Mai waren lediglich 25.500 Euro von insgesamt 190.000 Euro beantragt und bewilligt worden, was die geplanten Projekte wie den CSD Ilmenau und eine Lesung zur Erinnerungskultur in Gefahr brachte. Landrätin Petra Enders kritisierte entschieden die Streichung und hob hervor, wie wichtig die geförderten Projekte für die Gesellschaft sind.
Die AfD argumentierte, dass die Steuergelder ideologisch gebunden eingesetzt würden. Dabei ist zu beachten, dass das Programm „Demokratie leben!“ dem Ilm-Kreis keinen eigenen Cent kostet, da es sich um Mittel vom Bund und dem Land Thüringen handelt. Im vergangenen Jahr flossen bereits Fördergelder in zahlreiche Projekte, darunter die internationale Studierendenwoche in Ilmenau und verschiedene Initiativen in der Jugendarbeit.
Ein Blick über die Landesgrenzen
Die Debatte um die Demokratieförderung ist nicht nur im Ilm-Kreis von Bedeutung, sondern findet auch in ganz Thüringen und darüber hinaus Beachtung. Der Thüringer Minister für Soziales bezeichnete den Ausstieg des Ilm-Kreises als bedauerlich, da die Gelder für demokratische Projekte gedacht sind. In allen Landkreisen und kreisfreien Städten Thüringens, mit Ausnahme des Landkreises Greiz, wird eine Partnerschaft für Demokratie umgesetzt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu arbeiten.
Die Bundesregierung hat für das Programm bundesweit 191 Millionen Euro eingeplant, wovon der Ilm-Kreis 140.000 Euro vom Bund und 50.000 Euro vom Freistaat Thüringen erhielt. Doch auch auf Bundesebene steht das Programm unter Druck. CDU-Ministerin Karin Prien plant, bis Ende des Jahres mehr als 200 Demokratieprojekte auslaufen zu lassen. Kritiker befürchten, dass dies ideologisch motiviert ist und sich negativ auf die Demokratiekompetenz von Kindern und Jugendlichen auswirken könnte.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist, dass Elisabeth Kaiser, die Ostbeauftragte der Bundesregierung, vor den Folgen des Entzugs von Geldern für Projekte in Ostdeutschland warnt. Der Vorsitzende der Linken-Fraktion, Frank Kuschel, kritisiert die Unterstützung der AfD durch die CDU, FDP und FWG und deren möglichen Einfluss auf die Demokratiekompetenz der jungen Generation.
Die Entwicklungen im Ilm-Kreis sind also ein Spiegelbild eines größeren Problems, das nicht nur lokal, sondern auch auf Bundesebene diskutiert wird. Die Auseinandersetzung um die Förderung von Demokratieprojekten zeigt, wie wichtig es ist, sich aktiv für gesellschaftliche Teilhabe und gegen Extremismus einzusetzen. Dabei bleibt spannend, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und welche Projekte letztendlich durch die neu verfügbaren Mittel realisiert werden können. Weitere Informationen finden Sie auf Bundestag.de.
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